ChangeRider #27 – Prof. Dr. Achim Kampker, Gründer von Streetscooter

30. Mai 2019

Folge #27 beim ChangeRider, meinem „Talk im Tesla“ mit Gestaltern der Zukunft aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Auf dieser Fahrt begleitet mich Prof. Dr. Achim Kampker, Gründer von Streetscooter und Professor an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen. Wieso die Mission “Streetscooter” für ihn nun beendet ist und warum Ingenieure die Welt retten könnten berichtet er auf seiner Fahrt.

Prof. Dr. Achim Kampker im ChangeRider:

“Die hundert Gründe, warum etwas nicht funktioniert, kann dir jeder in Deutschland aus dem Effeff aufschreiben”

Ist es möglich, in der Hälfte der Zeit und mit einem Zehntel der Investitionen ein vernünftiges Produkt zu bauen? Gemeinsam mit seinem Mitgründer Günther Schuh wollte Prof. Dr. Achim Kampker ein Fahrzeug für 5000 Euro bauen. Was als private Forschungsinitiative in Aachen begann wurde zum Vorzeige-Startup der Automobilindustrie. Als das Unternehmen im Jahr 2014 an die Deutsche Post DHL Group verkauft wurde, ließ Kampker seine Professur ruhen und ging mit dem Startup zur Deutschen Post, “um die kleine Pflanze nicht allein zu lassen”. Mittlerweile ist Kampker wieder an der Universität und will sich neuen Projekten widmen. In seinem ersten Interview nach seinem Ausstieg erzählt er von seiner Zeit bei Streetscooter und wie es nun für ihn weitergeht.

Der Professor hat durch seine Arbeit bei Streetscooter einen guten Blick auf die aktuelle Lage der deutschen Automobilindustrie und weiß, es wird Zeit für eine Veränderung: “Wir sind echt spät dran. Mit einer Firma wie Streetscooter kann man nicht ganz Deutschland retten. Aber genau das muss jetzt passieren. Wir müssen wieder schneller werden. Veränderungen wollen erstmal alle, aber wenn es dann um erneuerbare Energie, E-Mobilität und so weiter geht, kommen alle an und haben Gründe, warum es jetzt noch nicht passt. Die hundert Gründe, warum etwas nicht funktioniert, kann dir jeder in Deutschland aus dem Effeff aufschreiben. Aber mal was anzupacken, zu machen, mal aus seinem Sitz vom Sofa aufzustehen und in ein Risiko für die nachfolgenden Generation zu gehen, das passiert im Moment einfach noch zu wenig. Und da reicht es auch nicht auf die großen Konzerne zu warten: Jeder da, wo er gerade steht.”

In seinem Interview im ChangeRider spricht Prof. Dr. Achim Kampker außerdem noch über unsere Umwelt und wie es gelingen kann, Städte nachhaltig zu verändern, welche neuen Projekte er nun anstrebt und warum der Scrum-Ansatz hilft, um lange Entwicklungszyklen zu vermeiden.

Am Ende der Fahrt appelliert Kampker für mehr Engagement in der Gesellschaft, aber auch für unsere Umwelt: “Ich werde den Verein Ingenieure-retten-die-Erde gründen. Jeder kann da etwas tun, wo er steht – aber muss es auch wirklich tun! Lasst uns endlich die Welt verändern!”

Für eine weitere Fahrt im ChangeRider nominiert er Sebastian Thelen, der das Konzept der uze! Mobility GmbH erstellt hat. Dabei geht es um die Verbindung von Digitalisierung und Mobilität.


Ihr kennt weitere Querdenker, Gamechanger und unermüdliche Optimisten, die für den digitalen Wandel einstehen? Nominiert einen ChangeRider-Mitfahrer unter: nomination@changerider.com. 

Diese und alle weiteren Folgen, sind als Video oder als ausführliches Gespräch im Podcast bei iTunes, Soundcloud und Spotify verfügbar.
Alle Informationen und Hintergründe findet ihr auf ChangeRider.com


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Autor

Zunächst als Berater, dann als CEO eines mittelständischen Unternehmens mit 250 Mitarbeitern und heute als Gründer und Geschäftsführer der Digitalberatung und Startup-Schmiede etventure beschäftigt sich Philipp Depiereux mit Innovationsprojekten. Gemeinsam mit zwei Partnern gründete er etventure mit der Vision, die Erfahrungen als Unternehmer und Innovationstreiber im Mittelstand, in der Konzernwelt, in Startups sowie in Digitalprojekten im Silicon Valley in einem Unternehmen zu bündeln.

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