#DIGITALLEARNING 5 – Digitale Geschäftsmodelle

Wissen ist Macht – gerade wenn es um die Digitalisierung geht. Deshalb stellt der etventure Learning Hub mit der Blog-Serie #DIGITALLEARNING regelmäßig Methoden, Tools und Know-how rund um Digitalisierung und Innovation vor. Heute gibt es einen Überblick über die wichtigsten digitalen Geschäftsmodelle.


„Ein Geschäftsmodell beschreibt das Grundprinzip, nach dem eine Organisation Werte schafft, vermittelt und erfasst.“

Alexander Osterwalder & Yves Pigneur, Autoren des Handbuchs „Business Model Generation“

Dabei bestimmt ein Geschäftsmodell nicht nur die Funktionsweise des Unternehmens, sondern entscheidet auch, wie Gewinne erwirtschaftet werden. Damit wird es zu einem Schlüsselfaktor für den Erfolg eines Unternehmens.

Wenn es um die Entwicklung des eigenen Geschäftsmodells geht, müssen sich Unternehmen diese zentralen Fragen stellen:

  • Was ist mein unternehmerisches Angebot?  
  • Welchen Wert biete ich meinem Kunden?  
  • Wie gestalte ich meine Wertschöpfungskette?

Mit der Digitalisierung haben sich für Unternehmen ganz neue Möglichkeiten zur Wertschöpfung ergeben. Digitale Technologien, allen voran das Internet, wurden in bestehende Geschäftsmodelle integriert oder es wurden ganz neue Modelle geschaffen, die alte, analoge Modelle verdrängen. Die erfolgreichsten digitalen Geschäftsmodelle stellen wir heute vor. In der Praxis werden sie häufig auch kombiniert.

E-Commerce

Eines der wohl bekanntesten digitalen Geschäftsmodelle ist das E-Commerce-Modell. Es überträgt das klassische Offline-Modell des Handels mit materiellen Gütern auf die Online-Welt. Wir kennen unzählige Online Shops wie Amazon oder Zalando, die elektronischen Handel mit materiellen Gütern betreiben und basierend auf dem E-Commerce-Modell gegründet wurden. Mittlerweile ziehen auch viele Unternehmen aus dem stationären Handel nach und bieten zusätzlich zu ihren Offline-Kanälen einen Online Shop, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Plattformen

Die Plattform als digitales Geschäftsmodell boomt. Das Internet hat dies möglich gemacht. Unternehmen, die Plattformen betreiben, haben keine eigene Produktion – ihr größtes Asset ist Reichweite. Mit einer Plattform sollen Angebot und Nachfrage so zusammengebracht werden, dass sie interagieren können. Besonders erfolgreich sind Plattformen in Märkten, die für den Nutzer intransparent sind, etwa in den Bereichen Reisen oder Immobilien. Plattformen wie ImmobilienScout24 oder Expedia vereinen auf ihren Seiten die Angebote verschiedener Anbieter und machen dem Nutzer damit die Suche und den Vergleich leichter. Aufgrund der hohen Reichweite und Bekanntheit der Plattformen ist es für Immobilien- oder Hotelanbieter durchaus attraktiv, hier gegen eine Gebühr zu erscheinen.

Freemium

Bekannte Beispiele für das Freemium-Modell sind Dropbox oder Spotify. Sie bieten ihren Basisservice zwar gratis an, gegen einen Aufpreis erhalten die Nutzer aber auch den Premiumservice – sei es mehr Speicherplatz oder das unbegrenzte Musikhören ohne Werbeunterbrechung. Die Basisversion lockt eine hohe Anzahl an Kunden an. Zahlende Premium-Kunden gibt es zwar weniger, aber sie cross-finanzieren das kostenlose Angebot. Das Freemium Modell eignet sich sehr gut, um einer großen Anzahl von Nutzern einen Service erst in der kostenlosen Version schmackhaft zu machen, so dass sie dann gerne bereit sind, für die Premiumvariante zu bezahlen.

Daten

Google oder Facebook sammeln und nutzen Unmengen an Nutzerdaten – und stehen deshalb auch stark in der Kritik. Sie ermöglichen ihnen gezieltes Marketing, die Ermittlung von Einsparpotentialen, die Verbesserung von Produkten oder Services und effektive Marktanalysen. Vermeintlich kostenlose Inhalte oder Services bezahlen wir also oft mit unseren Daten, durch die wir etwa spezifisch auf uns zugeschnittene Suchergebnisse oder Werbeanzeigen erhalten.

Subscription

Wer bei Netflix Filme schauen oder bei Parship einen Partner suchen will, muss bei diesen Anbietern einen monatlichen Beitrag zahlen. Sie nutzen das sogenannte Subscription- oder Abonnement-Modell. So wie es früher normal war, Zeitungen in Papierform zu abonnieren, lässt sich das Modell mit digitaler Technologie einfach auf unzählige Produkte und Services übertragen. Für ein Unternehmen mit diesem Geschäftsmodell sind Erlöse vergleichsweise stabil und vor allem gut planbar. Für Kunden bedeutet es, dass ein Service im Gegensatz zum Pay per Use-Modell für sie permanent verfügbar ist.   

Pay per Use

Beim Pay per Use-Modell zahlt der Kunde keinen fixen Beitrag, sondern nur für die tatsächliche Nutzung. Oft finden wir dieses Modell im Transportbereich oder bei Medieninhalten. Ein bekanntes Beispiel ist car2go. Bei dem Carsharing-Dienst zahlt der Nutzer einen Minutenpreis für eine absolvierte Fahrt. Umsätze sind dementsprechend schwerer zu kalkulieren als beim Subscription-Modell. So ein On-Demand-Service kommt bei Kunden gut an, die flexibler in der Nutzung sein möchten und nicht bereit sind, einen monatlichen oder jährlichen Beitrag zu zahlen.

Add On

Beim Add On-Modell gibt es ein relativ günstiges Kernprodukt, aber zusätzlich auch eine Vielzahl an Extras. Die Kunden erhalten somit ein variables Angebot, das speziell zu ihren Bedürfnissen passt. Für Softwareprodukte ist dieses Modell besonders interessant. Firmenkunden brauchen beispielsweise oft ein auf sie zugeschnittenes Programm. Unternehmen wie SAP bieten deshalb ein Basisprodukt, das mit den entsprechenden Add On-Modulen zu relevanten Themenbereichen für die Kunden maßgeschneidert werden kann.

Auction

Online-Auktionen haben durch die Digitalisierung einen Aufschwung bekommen und sind durch das Internet für Privatleute zugänglich geworden. Wohl bekanntester Nutzer des Auction-Modells ist Ebay. Hier werden Produkte an den Höchstbietenden verkauft. In Abhängigkeit vom Verkaufspreis erhält Ebay eine Provision. Die Nutzer profitieren von der Möglichkeit der Preisbeeinflussung.

Digitale Geschäftsmodelle lassen sich mit Tools wie dem Business Model Canvas planen und analysieren. Dieses Tool werden wir in unserem nächsten #DIGITALLEARNING-Beitrag vorstellen.


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Autor

Maureen stammt aus Köln und studierte International Business und Media Management. Nach einer Tätigkeit bei Daimler vertiefte sie ihr Studium im Bereich Marketing Management. Bei etventure unterstützt sie den etventure Learning Hub bei den Themen Marketing und Controlling.

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