ChangeRider #29 – Heike Bruch, Professorin für Leadership an der Universität St. Gallen

28. Juni 2019

Folge #29 beim ChangeRider, meinem “Talk im Tesla” mit Gestaltern der Zukunft aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Auf dieser Fahrt begleitet mich Prof. Dr. Heike Bruch, Professorin für Leadership und Leiterin des Instituts für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen. Im ChangeRider berichtet sie über New Work, die Bedeutung von Kultur und ihren peinlichsten Moment.

Prof. Dr. Heike Bruch im ChangeRider:

New Work bedeutet mehr als “Turnschuhe an, Krawatte weg”

Als Expertin für Leadership, Employer Branding und organisationale Energie beschäftigt sich Heike Bruch mit dem Thema Mensch im Zuge der Digitalisierung und des massiven Wandels. New Work ist in aller Munde, aber inwieweit ist die Veränderung der Arbeitswelt schon in deutschen Unternehmen angekommen? “Über 90 Prozent der Unternehmen befinden sich auf dem Weg. Sie sagen: ‘Wir müssen hier etwas anpacken.’ Sie sind tatsächlich schon losgelaufen und fangen an, ihre Kultur, ihre Art zu führen und ihre Art zu arbeiten zu verändern.” Die Bereitschaft scheint demnach hoch zu sein, die Professorin merkt jedoch an: “Wie ernst meinen die das, wenn sie von einer Transformation sprechen? Die Tendenz ist groß zu sagen, ‘Komm, wir verändern mal ein bisschen was’. Dann führen sie eine Duz-Kultur ein – oder Turnschuhe an, Krawatte weg. Sie haben die Vorstellung, dass das schon ausreicht.”

So kommt es dazu, dass nur 25 Prozent der Unternehmen diese neuen Arbeitsformen, die New Work ausmachen, auch tatsächlich nutzen. Und “nur sechs Prozent, also noch nicht mal ein Viertel der Unternehmen, die da reingegangen sind, sind überhaupt erfolgreich.” Doch woran macht man diesen Erfolg fest? Hierbei spielen laut der Professorin mehrere Faktoren eine Rolle: “Die Art der Führung, die Rolle des oberen Managements, Vertrauen und die Kompetenzen der Mitarbeiter. Du kannst dir das zum Beispiel so vorstellen: Wenn ich keine Vertrauenskultur habe, kann ich auch kein Home-Office machen.”

Bei der Unternehmenskultur spielt oft das Thema Diversity eine wichtige Rolle. Aktuell bestehen die Top-Führungsebenen von Unternehmen überwiegend aus Männern. Doch was kann man tun, damit mehr Frauen in Spitzenpositionen kommen? Heike Bruch meint dazu: “Man braucht schon eine Kultur, wo die Frauen auch Lust auf diese Welt haben. Wir haben teilweise eine Welt, die extrem hierarchisch, extrem über Alpha-Menschen definiert ist – auch extrem über lange Arbeitszeiten ohne Sinn und Verstand. Wirklich super Frauen sagen: ‘Ich mache mich lieber selbstständig, weil ich so nicht arbeiten möchte.’ Also müssen wir uns um die guten Frauen bemühen.” Auf eines müsse man dabei allerdings achten: “Wenn du immer nur die gleichen Arten von Jobs mit Frauen besetzt, dann ist die Gefahr, dass nicht nur die Frauen diskreditiert werden, sondern auch die Jobs.” Als Beispiel nennt Heike Bruch den HR-Bereich, der oftmals “für Frauen reserviert” zu sein scheint.

Auf der Fahrt berichtet die Professorin außerdem, wie man New Work erfolgreich in traditionellen Unternehmen implementieren kann und was man bei der sogenannten Scheiter-Kultur beachten sollte. Außerdem erzählt sie von ihrem peinlichsten Moment – und wie dieser gleichzeitig den Austausch in ihrem Management-Kurs an der Universität verbessert hat.

Für eine weitere Fahrt im ChangeRider nominiert sie Hans C. Werner, Head of HR bei Swisscom und “ein wahnsinniger Visionär”.


Ihr kennt weitere Querdenker, Gamechanger und unermüdliche Optimisten, die für den digitalen Wandel einstehen? Nominiert einen ChangeRider-Mitfahrer unter: nomination@changerider.com. 

Diese und alle weiteren Folgen, sind als Video oder als ausführliches Gespräch im Podcast bei iTunes, Soundcloud und Spotify verfügbar.
Alle Informationen und Hintergründe findet ihr auf ChangeRider.com


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Autor

Zunächst als Berater, dann als CEO eines mittelständischen Unternehmens mit 250 Mitarbeitern und heute als Gründer und Geschäftsführer der Digitalberatung und Startup-Schmiede etventure beschäftigt sich Philipp Depiereux mit Innovationsprojekten. Gemeinsam mit zwei Partnern gründete er etventure mit der Vision, die Erfahrungen als Unternehmer und Innovationstreiber im Mittelstand, in der Konzernwelt, in Startups sowie in Digitalprojekten im Silicon Valley in einem Unternehmen zu bündeln.

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