You can’t buy cool – etventure im aktuellen Manager Magazin

04. Mai 2016

Die großen deutschen Konzerne wie Siemens, Bosch oder Allianz drängen auf die Modernisierung ihrer Geschäftsmodelle. Ein Mittel: Die Kooperation mit oder der Kauf von Startups. Warum die Zusammenarbeit aber häufig scheitert, erklärt im aktuellen Manager Magazin unter anderem auch etventure Gründer und Geschäftsführer Philipp Depiereux.

„Fast ein Drittel der Unternehmen mit mehr als 250 Millionen Euro Jahresumsatz kooperiert heute mit den jungen Wilden aus Berlin, Palo Alto oder Tel Aviv. Das ergab einen Umfrage der Berliner Digitalberatung etventure“, schreiben die beiden Manager Magazin-Autorinnen Eva Buchhorn und Eva Müller. „Fördertöpfe und reale Beteiligungen zusammengenommen, belaufen sich die Investitionen der der deutschen Konzerne auf mehr als fünf Milliarden Euro.“ Die deutschen Vertreter der sogenannten Old Economy setzen große Hoffnung und viel Geld in die Ideen junger Startups. Doch der große Erfolg bleibt häufig aus. Woran liegt das?

„Der klassische Führungstyp wird seinen Kontrollreflex nicht so leicht los“

Ein wesentlicher Grund sind die völlig unterschiedliche Arbeitskulturen. Wenn Corporates auf Startups treffen, prallen häufig Welten aufeinander: Erfolgshungrige, kreative Entrepreneure müssen plötzlich mit „Konzernsoldaten“ zusammenarbeiten, und umgekehrt. Philipp Depiereux, Gründer und Geschäftsführer von etventure, erklärt das so: „Der klassische Führungstyp wird seinen über 30 Jahre eingeübten Kontrollreflex nicht so leicht los. Die Konzerndenke bleibe erhalten, selbst wenn das Topmanagement noch so sehr betone, wie „agil“ und „digital“ ihr Unternehmen sei.

Und so hält nach der ersten Begeisterung über die tollen Ideen und die gemeinsamen, ambitionierten Projekte schnell der Alltagsfrust Einzug. Die Konzerne mit ihren langwierigen Entscheidungs- und Abstimmungsprozessen können mit der Geschwindigkeit der Startups nicht mithalten. Deren Produkte sind den Unternehmen wiederum häufig nicht ausgereift, nicht perfekt genug. „Noch schlimmer wird es, wenn der Konzernorganismus den Fremdkörper Start-up komplett schlucken will. Denn allein der Wille eines CEOs, der viele Millionen in einen Zukauf investiert, hat noch keine reibungslose Integration zur Folge“, schreiben die Autorinnen. Interne Widerstände, zu große Erwartungen und Kulturkämpfe haben so schon zahlreiche Kooperationen scheitern lassen.

Die Rückendeckung vom CEO ist entscheidend

Und dennoch: Der Druck der Digitalisierung zwingt zum Weitermachen. Zahlreiche Unternehmen haben inzwischen aus ihren Fehlern gelernt und andere Strukturen, wie etwa eigenständige Labs und Innovationssparten etabliert, die die Betreuung von Startups übernehmen. Zentral dabei: Der CEO muss das Startup-Engagement unterstützen. „Idealerweise ist es die Führungsspitze, die die unterschiedlichen Kulturen miteinander versöhnt. Wenn der Chef anerkennt, dass beide Seiten zum Erfolg beitragen, gehen die auch fair miteinander um.“

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