Als Joint Venture erfolgreich digitalisieren – Rückblick auf die Digisurance

26. Februar 2016

Bei der Digisurance in München trafen sich Anfang Februar etablierte Größen der Versicherungsbranche mit jungen Startups, um die Frage zu diskutieren: „Wie sieht der Versicherungsvertrieb der Zukunft aus?“ Philipp Depiereux, Gründer und Geschäftsführer von etventure, und Nils-Christoph Ebsen, Geschäftsführer der W&W Digital GmbH, stellten das gemeinsame Joint Venture vor.

Mit der W&W Digital GmbH haben sich zwei Unternehmen zusammengetan, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Wüstenrot und Württembergische als Traditionsunternehmen mit zusammen mehr als einem Viertel Jahrtausend Erfahrung trifft auf Digitalberatung und Company Builder etventure – mittlerweile gerade einmal fünf Jahre alt. Und trotzdem – oder vielmehr genau deshalb – wird mit der W&W Digital GmbH „das Beste aus zwei Welten“ vereint, machte Nils-Christoph Ebsen bei der Digisurance deutlich. Denn das Joint Venture kombiniert digitales Know-how und Unternehmertum von etventure mit der langjährigen Branchenexpertise der W&W.

Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen besteht mittlerweile seit einem Jahr. Im Dezember 2015 wurde das gemeinsame Joint Venture gegründet und vor Kurzem bereits das zweite digitale Geschäftsmodell gestartet. Eine rasante Entwicklung, die Teil des Erfolgsrezepts ist, wie Philipp Depiereux erklärte. „Geschwindigkeit, nicht Kontrolle, ist zentral bei der Digitalisierung.“ Prototypen, also bewusst unperfekte Produkte, müssen in möglichst kurzer Zeit auf den Markt gebracht werden, um frühzeitig zu erkennen, welche Idee Erfolg verspricht und welche nicht. Nur die Produkte, die dem Nutzer einen echten Mehrwert bringen, setzen sich durch. „Wir scheitern eigentlich ständig“, meinte Depiereux mit einem Augenzwinkern, „aber wir scheitern früh und mit wenig Geldverlust.“ Dagegen investieren Unternehmen häufig viel Zeit und Geld in die Entwicklung perfekter Produkte, für die letztlich kein Bedarf am Markt besteht.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist außerdem die Digitalisierung im „geschützten Raum“. Die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle müsse unabhängig von bestehenden Organisations- und IT-Infrastrukturen sein, erklärte Philipp Depiereux. Indem eine separate Digitaleinheit – wie sie auch die W&W Digital GmbH darstellt – aufgebaut wird, können neue Ideen ungestört vom normalen Geschäftsablauf entstehen. Erst erfolgreich validierte Produkte werden dann in die Organisation integriert. Voraussetzung dafür sei aber die volle Rückendeckung der Geschäftsführung.

„Gemeinsam mit etventure haben wir über 2.000 Kundeninterviews durchgeführt und 500 Ideen entwickelt und getestet“, beschrieb Nils-Christoph Ebsen den Prozess. Dass dieses Prinzip funktioniert, beweisen die beiden digitalen Geschäftsmodelle, die die W&W Digital GmbH bereits erfolgreich am Markt platziert hat. Mit dem Wüstenrot Wunschmieter ging Ende 2015 eine Plattform an den Start, die den Maklerservice digitalisiert. Der Launch von Wüstenrot Immowert, einem digitalen Angebot zur schnellen und unabhängigen Bewertung von Immobilien, liegt erst wenige Tage zurück.

Die Digisurance wurde vom Software-Startup flexperto und Munich Re, einer der weltweit führenden Rückversicherungsgesellschaften, veranstaltet. Neben etventure und der W&W Digital GmbH waren auch Unternehmen wie RWE, IBM, Helvetia und Generali vertreten. Einen kompakten Rückblick auf die Veranstaltung gibt es hier auch nochmal im Film:

 

Digisurance – Den Versicherungsvertrieb der Zukunft gestalten from flexperto GmbH on Vimeo.

Auf der Seite der Digisurance sind außerdem zahlreiche Vorträge im Videomitschnitt sowie die dazugehörigen Unterlagen verfügbar.

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