etventure-Studie 2018: Die deutschen Unternehmen wiegen sich in Sicherheit

11. April 2018

Zum dritten Mal in Folge liefert etventure mit der Studie „Digitale Transformation 2018“ eine Bestandsaufnahme der Digitalisierung in deutschen Unternehmen. Gemeinsam mit der GfK wurden hierfür Entscheidungsträger in deutschen Großunternehmen mit einem Mindestumsatz von 250 Mio. Euro befragt. Die Quintessenz der Studie: Die deutschen Unternehmen wiegen sich bei der Digitalisierung in Sicherheit. Tech-Konzerne wie Google oder Amazon werden nicht als Konkurrenz gesehen.

Selbstwahrnehmung vs. reale Herausforderungen der Digitalisierung

„Die gefährliche Selbstüberschätzung in der Digitalisierung“ – so titelte die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) in ihrer Berichterstattung über die etventure-Studie, und bringt es damit auf den Punkt. Denn die deutschen Großunternehmen fühlen sich zwar mittlerweile deutlich besser aufgestellt in Sachen Digitalisierung. Doch die weiteren Ergebnisse der Studie lassen Zweifel an den vermeintlichen Fortschritten aufkommen. Das beginnt schon bei der Definition von digitaler Transformation: Die Mehrheit der befragten Entscheider versteht darunter vor allem die „Digitalisierung des bestehenden Geschäftsmodells und analoger Prozesse“. Nur eine Minderheit von 28 Prozent ordnet darunter die Entwicklung von digitalem Neugeschäft ein. Noch erstaunlicher ist, dass rund die Hälfte der Unternehmen einen starken oder gar sehr starken Wandel durch die Digitalisierung in ihrer jeweiligen Branche voraussehen. Einen ähnlichen Veränderungsdruck für das eigene Geschäftsmodell sieht hingegen nur jedes fünfte Unternehmen.

Und auch in Bezug auf die Konkurrenz der Zukunft liegt der Fokus der Unternehmen vor allem auf dem Bekannten. Die große Mehrheit der Unternehmen sieht in den bestehenden Wettbewerbern der eigenen Branche die größte Bedrohung. Dagegen sehen nur 22 Prozent Tech-Giganten wie Google oder Amazon als Gefahr und gerade einmal sieben Prozent betrachten Startups als ernstzunehmenden Wettbewerb. Offenbar ist die Tragweite des digitalen Wandels – die digitale Revolution – noch immer nicht in vollem Maße verstanden. „Die Ansicht der Unternehmen, selbst kaum betroffen zu sein, hat mich fast schockiert“, kommentiert etventure Geschäftsführer Philipp Depiereux die Ergebnisse in der FAZ. „Gerade, wenn es von leitenden Managern kommt – die sehen doch, was sich verändert.“

Die Umsetzung der digitalen Transformation fällt Unternehmen schwer

Dabei ist es nicht so, dass die Unternehmen untätig wären. Die deutschen Unternehmenslenker haben begriffen, dass sie etwas tun müssen und der Großteil der Unternehmen hat erste Digitalinitiativen gestartet. Vielfach wird der Schulterschluss mit Startups gesucht oder es werden Digital-Labore gegründet. Doch die konkrete Umsetzung der digitalen Transformation fällt den Unternehmen weiterhin schwer, vorweisbare Erfolge sind rar. „Was mich frustriert, ist: Unternehmen erkennen, dass digital ein Thema ist und sie was unternehmen müssen. Aber mit Blick auf Mitarbeiter und das Geschäftsmodell hat sich nicht so viel verändert“, so Philipp Depiereux in der FAZ.

Noch immer kämpfen Konzerne und Mittelständler vor allem mit internen Hemmnissen wie der Verteidigung bestehender Strukturen, sprich dem „Bewahrertum“ im Unternehmen. Zudem fehlt die Erfahrung mit nutzerzentrierten Methoden und auch Sicherheitsanforderungen blockieren eine schnelle Digitalisierung. „Die Unternehmen stehen sich bei der digitalen Transformation selbst im Weg“, konstatiert Philipp Depiereux. „Deshalb müssen Unternehmen aus bestehenden Denk- und Vorgehensweisen ausbrechen, die Digitalisierung außerhalb der Kernorganisation mit ihren eingefahrenen Prozessen und Routinen starten und vor allem die Mitarbeiter bei diesem Wandel mitnehmen.“

FAZ, Spiegel Online und Welt berichten

Neben der FAZ haben bereits zahlreiche weitere Medien über die etventure-Studie berichtet. „Deutsche Konzerne blockieren sich selbst“ titelte Spiegel Online im Bericht über die Studie. Auch Die WELT widmete der Studie eine ausführliche Berichterstattung. Hinzu kommen Artikel unter anderem in Internet World Business – „Digitale Transformation: Deutsche Unternehmen sehen sich gut aufgestellt“ , Horizont – „Deutsche Konzerne wiegen sich bei der Digitalisierung in Sicherheit“ und Computerwelt – „Großunternehmen wiegen sich bei digitaler Transformation in falscher Sicherheit“.

In unserem kostenlosen digitalen Trendreport haben wir sämtliche Ergebnisse der etventure-Studie „Digitale Transformation 2018 – Hemmnisse, Fortschritte, Perspektiven“ detailliert zusammengestellt. Darin präsentieren wir nicht nur die Zahlen, sondern liefern auch eine Einordnung der Ergebnisse durch Video-Statements und Themen-Exkurse.

Die Kernergebnisse der Studie im Überblick:

Infografik etventure-Studie "Digitale Transformation 2018"


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Ulrich Liebscher 4. Mai 2018 · 14:13

Es kann ja an mir liegen. Mir fehlen in diesen Artikeln immer die praktischen Beispiele. Es wird über Digitalisierung geschrieben, aber ist es wirklich jedem klar, was das in der Praxis genau bedeuten kann? Wie will ich etwas umsetzen, dass mir in der PRAXIS und Tragweite nicht bekannt ist. Dieser Artikel ist gut, wichtig, wird aber niemanden dazu bringen, etwas zu tun.

Antworten

Doris Bärtle Moderator 7. Mai 2018 · 10:28

Lieber Herr Liebscher,
berechtigter Einwand. Es ist tatsächlich oftmals so, dass es in der Diskussion über die Digitalisierung an anfassbaren, konkreten Beispielen aus der Praxis – vor allem an Vorzeigebeispielen – fehlt. Das liegt daran, dass sich viele Unternehmen scheuen, über ihre Digitalaktivitäten zu sprechen, solange diese noch keinen klaren Erfolgsnachweis erbracht haben und sozusagen „Work in progress“ darstellen. Wir versuchen, unsere Cases (beispielsweise für Klöckner: www.etventure.de/cases…eckner-co/) wann immer es geht, hier auf der Website, auf Veranstaltungen und in den Medien vorzustellen und greifbar zu machen.
Freundliche Grüße
Doris Bärtle

Autor

Doris Bärtle ist Junior PR Managerin bei etventure.

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