Von Digitalisierung und digitaler Transformation – Die wichtigsten Themen des Monats Dezember im Überblick

08. Januar 2016

Zum Anfang des Jahres werfen wir in unserer Rubrik „Von Digitalisierung und digitaler Transformation“ wieder einen Blick zurück auf die jüngsten Entwicklungen und Nachrichten rund um das Thema Digitalisierung. Hier die wichtigsten News aus dem Dezember im Überblick und Antworten auf die Frage: „Was hat sich 2015 verändert für die digitale Welt?“

Deutsche Firmen zögern bei der Digitalisierung (Süddeutsche Zeitung)

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) schlägt Alarm. „Zu wenige Industrieunternehmen sind für die Zukunft gerüstet.“ Auf dem sogenannten Innovationsindikator liegt Deutschland derzeit nur auf Rang 5. Nicht genug, findet BDI-Präsident Ulrich Grillo: „Deutschlands Anspruch muss die Spitze im Innovationswettbewerb sein“, fordert er. Grund für das zögerliche Verhalten der deutschen Industrie im Umgang mit der Digitalisierung sind laut Jörg Böcking, Vorstandsmitglied für Forschung und Entwicklung beim Familienunternehmen Freudenberg, „die Angst vor dem Ungewissen und übervorsichtiges Management“. Innovation bedeute aber auch, herauszufinden, welche Idee Zukunft hat und welche scheitert. Ein wichtiger Erfolgsfaktor im Umgang mit der Digitalen Transformation ist dabei das Verhalten der Führungskräfte. „Innovation ist Chefsache“, meint Marijn Dekkers, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG. „Der Vorstandschef ist für die Innovationskultur im Unternehmen verantwortlich.“

2015 – das erste bedeutende Jahr für die Fintech-Szene (Gründerszene)

Das Jahr 2015 war ereignisreich für Startups im Finanzbereich. Fintech-Experte André M. Bajorat, der auch im Oktober die gemeinsam von FintechStars und der Berlin School of Digital Business organisierte Veranstaltung „Wealth Management 2020“ eröffnet hat, fasst die Entwicklung zusammen: „Im Rückblick wird man das Jahr 2015 als den Weckruf für die klassische Finanzwirtschaft bezeichnen. Der Begriff Fintech ist durch starke mediale Präsenz einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht worden – und die Noch-Großen der Finanzbranche sind aufgewacht.“

Fintechs werden inzwischen als Konkurrenten von etablierten Finanzdienstleistern wahrgenommen und die Fintech-Szene hat sich weiter professionalisiert und stärker vernetzt. Gleichzeitig haben auch die großen Player Google und Apple das Thema für sich entdeckt und stehen in Deutschland vor dem Markteintritt. Und es hat sich gezeigt: Nur wer seinen Kunden einen echten Mehrwert liefern kann, wird sich langfristig behaupten. „Hübsch auszusehen“, reicht nicht. Für 2016 prognostizieren die Experten eine neue Fintech-Welle mit komplexeren Problemlösungen für den B2B-Sektor.

etventure besetzt diesen Trend unter anderem mit dem neugegründeten Inkubator FinTechCube, wie die Berliner Morgenpost bestätigt. Im Dezember hatten die etventure-Tochter FintechStars und der Software-Anbieter FINANCE BASE den Brutkasten für neue Finanz-Geschäftsmodelle ins Leben gerufen. 

Die sieben wichtigsten digitalpolitischen Entwicklungen 2015 (it-daily)

Welche Veränderungen gab es 2015 im Bereich der Internet- und Netzpolitik? eco, der Verband der Internetwirtschaft e.V., zieht Bilanz:

„2015 war ein Jahr voller Überraschungen. Digitalpolitisch hat sich Einiges bewegt, allerdings nicht unbedingt immer in die richtige Richtung“ fasst Oliver Süme, eco Vorstand Politik & Recht, zusammen. Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung reiche der herkömmliche Regelungsrahmen nicht mehr aus. Sei es beim Urheberrecht, beim Datenschutz, bei der Sicherheit oder der Medienregulierung – es fehlen politische Grundsatzkonzepte darüber, wie wir den digitalen Alltag gestalten und regeln wollen“, so Süme.

Als zentrale Entscheidungen nennt eco das umstrittene Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung, welches voraussichtlich erneut das Bundesverfassungsgericht beschäftigen wird. Auch das Safe Harbor Abkommen und die Datenschutz Grundverordnung erfordern von Unternehmen die Anpassung bzw. Umstellung von Geschäftspraktiken und IT-Systemen. Das im Juni verabschiedete IT-Sicherheitsgesetz müsse nun konkret ausgestaltet werden, so eco. Weitere wichtige Entwicklungen sind die regulatorische Behandlung von Online- und Telekommunikations-Dienstleistern, der Gesetzentwurf zu WLAN und Telemediengesetz und die Anpassung des Urheberrechts an neue technologische Rahmenbedingungen.

Die Mega-Trends für 2016 (t3n)

Wie geht es 2016 weiter mit der digitalen Welt? Was kommt und was ist schon Schnee von gestern?

Demnach wird die Digitalisierung im Unternehmen zunehmend auf höchster Führungsebene vorangetrieben, was auch der etventure-Philosophie „Digitalisierung muss Chef-Sache sein“ entspricht. „Kein Vorstand, keine Geschäftsführung wird im Jahr 2016 daran vorbei kommen Digitalisierungskompetenzen in der Führungsebene zu verankern. Es braucht mehr als den Internet-Beauftragten auf der dritten Ebene der Firmenhierarchie oder ein Vorzeigeprojekt mit einem Startup“, so Lars Klingbeil, netzpolitischer Sprecher der SPD. Ein Beispiel, wie dieser zentrale Pain Point angegangen werden kann, ist die Kooperation von etventure und der Management- und Personalberatung Kienbaum. Durch die Zusammenarbeit werden Expertise für Digitale Transformation und People-Management vereint.

Außerdem wird das Thema Mobile 2016 endgültig den Durchbruch schaffen. Jochen Krisch, Experte für E-Commerce, ist sich sicher: „Mobile wird den Online-Handel nochmal komplett auf den Kopf stellen. Und das nächste Amazon wird garantiert ein Mobile-Pure-Player.“ Daneben prognostizieren die Experten eine weitere Verbreitung des Social Intranet und ein effizienteres Personalmarketing dank Data-Driven-Recruiting und Real-Time-Bidding. Virtual Reality wird außerdem verstärkt Einzug in den Alltag der Menschen halten, „dort wo ebenso Hardware-Startups smarte Lösungen für den Alltag bieten und nicht nur mit Hilfe von Wearables das Leben erleichtert wird.“

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