People of etventure – Jo Graff „Man sollte sich selbst treu bleiben“

30. Januar 2019

Diesmal bei „People of etventure“: Jo Graff, Chapter Lead Project, erzählt uns was eine gute Führungskraft für sie ausmacht und wie es Frauen gelingt, wichtige Rollen im Unternehmen zu übernehmen. 

Jo Graff / people of etventure

1. Was machst du bei etventure?

Ich betreue Projekte für unseren Bereich Corporate Innovation, in dem wir neue Geschäftsmodelle in unterschiedlichen Industrien aufbauen. In den letzten drei Jahren habe ich 10 verschiedene etventure-Kunden aus dem B2C- und B2B-Kontext betreut und 32 weitere Kunden zu Agilen Methoden gecoacht. Zudem unterstütze ich regelmäßig bei internen Initiativen sowie Pitches und bin als Chapter Lead für ein Team aus dem Projektmanagement verantwortlich.

2. Was magst Du am meisten an Deiner Arbeit bei etventure?

Mir ist der respektvolle Umgang untereinander sehr wichtig und ich liebe es, von Menschen umgeben zu sein, die mit Spaß und Herz bei der Sache sind. Dazu schätze ich den Gestaltungsspielraum in meiner Arbeit und neue Herausforderungen – sei es in Projekten oder neuen Teams. Ich finde es spannend Verantwortung zu übernehmen und Neues zu lernen.

3. Definiere einen großartigen Leader. Welche Eigenschaften haben Deiner Meinung nach große Führungskräfte?

Gute Führungskräfte denken unternehmerisch, sind empathisch, intrinsisch motiviert, bauen Vertrauen auf, ermöglichen Freiheit, fragen nach, hören zu, sind nahbar, wollen selbst lernen und sind in der Lage, Feedback zu geben und anzunehmen. Dabei befähigt man seine Mitarbeiter eher als Coach, damit jeder sein Bestes leisten kann und Verantwortung sowie Ownership übernimmt. In unserem Setting setzt Führung ein agiles Mindset voraus: Bei etventure müssen wir schnell auf unterschiedliche Bedürfnisse am Markt und von unseren Kunden reagieren. Als Führungskraft sollte man das Team dazu befähigen, dies leisten zu können und sich weiterzuentwickeln. Ein Leader schützt das Team, hält ihm den Rücken frei und hat den Erfolg des Unternehmens, aber auch des Teams und dessen Zufriedenheit im Blick.

4. Welche Strategien können Frauen dabei helfen, eine wichtigere Rolle im Unternehmen zu übernehmen?

„Birds of the same feather flock together“: Schaut man sich die Frauenquote in Dax-Führungspositionen an, belegt Deutschland im internationalen Vergleich das Schlusslicht. Frauen in Führungsrollen sind dünn gesät, davon sollten wir uns aber nicht einschüchtern lassen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Frauen in Führungspositionen oft besonders hart auftreten, weil sie das Gefühl haben, sich behaupten zu müssen. Ich denke das Gegenteil ist der Fall, um langfristig als Leader anerkannt zu werden: Frauen sollten sich gegenseitig unterstützen, anderen Frauen den Erfolg gönnen und vor allem sich selbst treu bleiben. Das heißt nicht verstellen, sondern zulassen, dass man anders denkt und agiert als Kollegen.  Man sollte sich nicht selbst unter den Scheffel stellen, trotzdem hinterfragen und das eigene Handeln reflektieren. Deutschlands Unternehmen brauchen mehr Diversität – und die geht über demografische Komponenten hinaus.

5. Gibt es eine Führungslektion, die Du in Deiner Karriere gelernt hast?

Freiräume geben – Micro-Management ist anstrengend für den Lead und dauerhaft frustrierend für das Team. Es ist wichtig, Verantwortung abzugeben, jedem auf Augenhöhe zu begegnen und jeden Mitarbeiter als Menschen mit Stärken und Schwächen anzuerkennen. Und eine weitere Lektion, die besonders wichtig für mich war: Ich bin selbst für mich verantwortlich – für meine Karriere, mich weiterzuentwickeln, Nein zu sagen, eigene Grenzen zu erkennen, zu wissen, an welcher Stelle, ich pragmatisch sein muss und wann Vollgas gefragt ist. Nur wer in der Lage ist, sich selbst zu managen, kann Projekte gut managen.


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Autor

Lynn ist Recruiterin und erste Ansprechpartnerin für Bewerber*innen bei etventure. Bereits seit sieben Jahren rekrutiert sie für die Digitalwirtschaft und besetzt Stellen auf allen Ebenen. Dahinter steckt die Überzeugung, dass der Arbeitsmarkt der digitalen Welt ein Vorreiter ist für das, was in anderen Branchen erst noch bevorsteht: Digitale Unternehmen brauchen Mitarbeiter, die mitten im Wandel, bei aller Innovation und wachsender Komplexität zu Hochform auflaufen.

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