Better Work? Oder echte Wertschätzung!

In seinem Gastbeitrag im Rahmen der etventure Blogparade #BetterWork hält Frank Schnabel, Head of Marketing / Corporate Communications bei der Hays AG, ein Plädoyer für echte Wertschätzung.


#BetterWork

Frank SchabelHead of Marketing / Corporate Communications bei der Hays AG

Einen Kicker aufstellen kann jeder. Coole Lounges und hippe Casinos gestalten auch. Das sind kleine, durchaus feine Äußerlichkeiten, die unsere Arbeitsauszeiten angenehmer gestalten. Aber nicht mehr als das.

In meinen Augen ist vielmehr die Haltung entscheidend, mit der wir uns begegnen. Better work heißt für mich vor allem eins: wertschätzende Arbeitsbeziehungen. In jedem Meeting, in jedem Gespräch und bei jedem Konflikt stellt sich die Frage: Schätzen wir unseren Gegenüber wert, gehen wir mit anderen Menschen achtsam um? Darum geht es im Kern. Der Rest ist nettes Beiwerk.

„Better work heißt für mich vor allem eins: wertschätzende Arbeitsbeziehungen“

Natürlich klingt Wertschätzung verstaubt. Gefühlt handelt es sich um einen Begriff aus den 70-er Jahren und von daher gilt er als Relikt aus analogen Zeiten. Gleichwohl ist er in unzähligen Leitbildern von Organisationen nach wie vor als zentraler Wert verankert. Aus gutem Grund: Menschen möchten gesehen, gestärkt, schlicht anerkannt werden. Wer kennt das nicht? Wenn wir wertgeschätzt werden, läuft es uns runter wie Öl. So die Wertschätzung echt gemeint und nicht aufgesetzt ist.

Dabei kann Wertschätzung sehr vielfältig sein. Angefangen von klarem Feedback über ein aktives Zuhören oder einen freundlichen Blick bis hin zu Verständnis für die aktuelle Lebenssituation meines Gegenübers. Je nach Situation, getragen von einer klaren Haltung.

Das Ganze mag trivial klingen. Dann fragen Sie sich mal, wann Sie zuletzt so richtig wertgeschätzt wurden? Jenseits der üblichen Floskeln ätzender Mails, in denen stereotyp alle Beteiligten eines (vielleicht) erfolgreichen Projekts dankgesagt wird. Wenn ich mich im Freundes- und Bekanntenkreis umhöre, ist die Anspielung auf Wertschätzung eher ein trauriger „running gag“, gepaart mit Zynismus.

„Die allseits bekannten Silos – sie sind nichts anderes als ein verdichteter Mangel an Wertschätzung.“

Übrigens lässt sich das Thema jenseits von Individuen auch auf Abteilungen oder Teams übertragen. Die allseits bekannten Silos – sie sind nichts anderes als ein verdichteter Mangel an Wertschätzung. „Mit Euch rede ich nicht“. „Dieses Projekt ist meins“. „Wir sind besser als die“.

Was nun? Wenn Wertschätzung mit Haltung zu tun hat, haben wir es selbst in der Hand. Wir könnten einfach anfangen, nicht unserem Kollegen zu erzählen, was ein Dritter so doofes gemacht hat, sondern direkt Feedback geben. Wir könnten endlich mal zuhören und in Gesprächen nicht nur darauf dringen, unseren Standpunkt durchzubringen. Kleine tägliche Handlungen, die großes bewirken, wenn sie auf Resonanz stoßen. Und die stellt sich bei Wertschätzung von ganz alleine ein.

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Autor

Doris Bärtle ist PR Managerin bei etventure. Zuvor arbeitete sie im Bereich Unternehmens- und Markenkommunikation und im Event Management.

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