Wie sieht die Arbeitswelt der Zukunft aus?

Die Art und Weise, wie wir in Zukunft arbeiten werden, ändert sich grundlegend. Darüber sind sich Politik, Wirtschaft, Medien und Wissenschaft relativ einig. Wie schnell sich dieser Wandel – bedingt durch neue digitale Technologien – jedoch vollzieht, was er für den Menschen bedeutet und vor allem, wie man ihn sinnvoll gestaltet, darüber wird heftig diskutiert. Wir bei etventure wollen uns aktiv an dieser Debatte beteiligen. Vor allem aber wollen wir für uns selbst die Frage beantworten, wie wir in Zukunft arbeiten wollen und warum. Wir starten mit einer Standortbestimmung.

Take a step back! – Es geht um das „Warum?“

Während sich die Gewerkschaften noch immer vehement gegen eine (weitere) Flexibilisierung der Arbeit wehren, Konzernchefs im Sinne einer modernen Unternehmenskultur die Krawatten ablegen, Büros zu „Workspaces“ umgestaltet werden und Zukunftsforscher zugleich das Ende der Erwerbsarbeit als solche prognostizieren, fragt man sich: Wo genau fängt man eigentlich an bei dieser Debatte?

Treten wir also einen Schritt zurück und betrachten das große Ganze. Denn das beginnt zunächst nicht bei der Frage, wie wir zukünftig arbeiten oder welche Tätigkeiten wir ausführen werden, sondern beim „Warum?“.

  • Warum braucht die Wirtschaft menschliche Arbeitskräfte, wenn Roboter billiger und zuverlässiger sind?
  • Warum braucht die Politik menschliche Arbeitskräfte, wenn der allgemeine Wohlstand nicht von einer Vollzeitbeschäftigung abhängt?
  • Und warum brauchen wir als Gesellschaft menschliche Arbeitskraft, wenn nicht zum Zweck des Überlebens?

Bevor man also darüber diskutiert, ob 40 Stunden oder doch eher 20 Stunden eine angemessene Wochenarbeitszeit sind, sollte man sich bewusst machen, worum es im Kern der Debatte eigentlich geht und welche Dimension diese tatsächlich hat. Wir stehen vor einem radikalen Umbruch. Das ist das Ende der Arbeit, wie wir sie kennen – aber kein Grund zur Panik. Denn es ist ein Wandel, den wir selbst gestalten.

Wichtig ist: Die Antworten auf die genannten Fragen können – in einer Makroperspektive – nur gemeinschaftlich von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beantwortet werden. Zugleich muss sich jeder Einzelne von uns die Sinnfrage stellen und sich klar machen, warum man eigentlich arbeitet. 

Gesucht: Kreativität, Innovation, Leadership

Betrachtet man die Frage nach dem „Was?“, also welche Tätigkeiten die Zukunft der Arbeit bestimmen werden, wird deutlich: Dank Automatisierung, Künstlicher Intelligenz, Smart Data und Co. können zahlreiche Aufgaben, die heute noch von Menschen verrichtet werden, zukünftig von Maschinen übernommen werden. Ein Beispiel: Vor Kurzem ließen Microsoft und Alibaba ihre KI-Modelle im Lesetest der Uni Stanford antreten – und beide schnitten erstmals besser ab als Menschen. Wenn also zukünftig vor allem die rein ausführenden Tätigkeiten durch Roboter und Algorithmen erledigt werden, definiert sich menschliche Arbeit vor allem durch Fähigkeiten wie Management, Leadership, Kreativität und Innovationsfähigkeit. Anforderungen, die bisher in erster Linie an Führungskräfte gerichtet wurden, gelten künftig für alle.

Die Arbeitswelt 4.0 bedeutet also längst nicht nur, dass Mitarbeiter weitergebildet werden müssen und digitales Know-how benötigen. Die Digitalisierung verschiebt das generelle Anforderungsspektrum an den Menschen – weg von technischem Können und reinem Wissen, welches dank digitaler Tools ohnehin viel leichter verfügbar ist, und hin zum Schöpferischen und Kreativen. Fähigkeiten, die heute als „Soft Skills“ eingeordnet werden, sind die „Hard Skills“ der Arbeitswelt der Zukunft.

Die Digitalisierung ist nur ein Treiber

Erst zum Schluss – wenn die Fragen nach „Warum?“ und „Was?“ beantwortet sind – geht es um das „Wie?“. Trotzdem bestimmt dieser Aspekt die öffentliche Diskussion und verliert sich so allzu häufig im Kleinteiligen. Flexible Arbeitszeiten und Home Office, agile Formen der Zusammenarbeit und interdisziplinäre Teams, offene Workspaces und Desk-Sharing, digitale Kommunikationstools. Das alles sind Aspekte, die schon heute in manchen Unternehmen eingeführt und umgesetzt werden, um den neuen Anforderungen an die menschliche Arbeit im digitalen Zeitalter Rechnung zu tragen. Dabei ist nicht allein die Digitalisierung der Treiber dieser Entwicklung.

Der Wunsch nach mehr Flexibilität, Offenheit und Transparenz, nach einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf und vor allem nach Sinnhaftigkeit wird maßgeblich geprägt durch die junge Generation der Arbeitnehmer, die Gen Y oder die sogenannten Millenials. Es ist kein Zufall, dass die Arbeitswelt der Zukunft von jenen gestaltet wird, die hauptsächlich davon betroffen sind. Aber auch generelle gesellschaftliche Trends wie etwa die zunehmende Individualisierung, die steigende Bedeutung von Nachhaltigkeit, Globalisierung und Mobilität wirken sich auf unser Verständnis von modernem Arbeiten aus.

Die Arbeit der Zukunft im Selbstversuch

Auch wir bei etventure wollen den Wandel hin zur Arbeitswelt 4.0 mitgestalten und starten, ganz nach dem Motto „Practice what you preach“, bei uns selbst. Dafür haben wir eine interdisziplinäres Team aus neugierigen Menschen, sozusagen eine Special Taskforce, zusammengestellt. Unser Ziel: Antworten auf offene Fragen finden, innovative Arbeitsformen im Selbstversuch testen und letztlich auch konkrete Lösungen für unsere Kunden erarbeiten. Wer unsere Arbeit mitverfolgen will, kann in unserem Journal nachlesen, womit wir uns gerade beschäftigen. Mehr Insights folgen aber natürlich auch hier im Blog. Stay tuned!


Ein Beitrag von Doris Bärtle und Gregor Ilg

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Autor

Doris Bärtle ist PR Managerin bei etventure. Zuvor arbeitete sie im Bereich Unternehmens- und Markenkommunikation und im Event Management.

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