#IdeationInsights 2 – Wie kommt man auf gute Ideen?

14. Februar 2019

Wie kommen wirklich gute Ideen zustande? In unserer neuen Blogreihe #IdeationInsights, stellen wir kreativ-Methoden vor, die für die nächste kreative Brainstorming-Session genutzt werden können. Denn die gute Nachricht ist: kreativ ist jeder!


Kreativität hat viele Facetten – mit ihr können wir schöpferisch tätig sein, neue Ideen erschaffen oder altes neu denken. Damit es überhaupt soweit kommt, muss man allerdings die  gewohnten Trampelpfade verlassen und alte Gewohnheiten mal kurz ablegen. Kreativität braucht Neugier, Offenheit, Aufgeschlossenheit und Mut.

Erwecke das Kind in dir!

Kinder sind Meister darin Dinge zu hinterfragen. Sie stellen bis zu 300 Fragen täglich, Erwachsene im Vergleich nur noch bis zu 119. Die Kleinsten unserer Gesellschaft erschaffen sich kreative Phantasiewelten, forschen und träumen. Mit dieser Leichtigkeit sind sie täglich kreativ, ohne ständig etwas durch alte Gedankenmuster zu kritisieren. Leider bleibt es nicht dabei: laut einer Studie von Geoge Land, nimmt die Kreativität im Verlauf der Lebensjahre rapide ab. Ein Erwachsener nutzt nur noch zwei Prozent seines kreativen Potentials. Die gute Nachricht ist aber: jeder von uns war mal ein Kreativitäts-Genie! Wir müssen diese Seite in uns nur wieder neu entdecken und gezielt trainieren.

Verlust der Kreativität

Wenn wir kreativ denken, nutzen wir vor allem die rechte Gehirnhälfte, während viele von uns im Alltag eher die linke Hälfte beanspruchen. Die linke ist für analytisches, logisches Denken, Zahlen und verbale Sprache zuständig. Im Alltag hilft die linke Hirnhälfte uns beispielsweise sicher die Straße zu überqueren oder richtig von falsch zu unterscheiden. Wenn wir aber kreative und innovative Lösungen brauchen, sollten wir gelernte Denkmuster aufbrechen, um so Raum für Neues zu schaffen. Mit unseren #IdeationInsights versuchen wir Euch Wege aufzuzeigen, wie Ihr Eure rechte Gehirnhälfte aktivieren und kreativ werden könnt. Allerdings solltet Ihr dabei Euer Ziel nie aus den Augen verlieren. Wo geht es hin? Welches Vorhaben soll angegangen oder vorangetrieben werden? Denn die Ideen sollen ja am Ende auf etwas einzahlen, eine Herausforderung lösen oder ein Problem angehen. Es ist also immer gut, sein Ziel vor Augen zu behalten.

Methoden zur freien Assoziation

Die freie Assoziation ist ein intuitiv-kreativer Ansatz. Dabei wird die Aktivierung von Gedanken-Assoziationen unterstützt – man baut sozusagen auf Altbekanntes auf. Zu geäußerten Ideen werden beispielsweise weitere Ideen erzeugt, die in einem Bezug dazu stehen und einem direkt einfallen. Dabei geht es im ersten Schritt vor allem erstmal um Quantität.

Ein Gedanke kann nicht erwachen, ohne andere zu wecken.
Marie von Ebner-Eschenbach

Freie Assoziation gibt keine Vorgaben von Denkrichtungen oder anderen Strukturen. Bei dem Einsatz freier Assoziations-Methoden wird Spontanität und Flexibilität gestärkt, so dass in kurzer Zeit möglichst viele Ideen entstehen. Diese Stufe wird oftmals auch zu Beginn der Kreativ-Session verwendet und bietet einen guten und einfachen Einstieg. Allerdings funktionieren die Methoden nur, wenn Teilnehmer nicht durch die Gruppe gehemmt oder ausgebremst werden. Es braucht eine offene und Kritikfreie Atmosphäre!

Freie Assoziation

Wir haben die Methoden Crazy Eights und Opposite Thinking zusammengefasst:

Crazy Eights – So viele Ideen wie möglich generieren

Bei der Methode Crazy Eights geht es darum, in kürzester Zeit so viele einzigartige Ideen zu visualisieren, wie möglich. Die Methode ist eine schnelle Skizzierübung, die Menschen herausfordert, acht Ideen in acht Minuten zu skizzieren. Aber Achtung: Nicht acht Varianten einer Idee oder acht Schritte einer Idee, sondern acht verschiedene Facetten sollten am Ende entstehen! Das Ziel ist es, über die erste Idee hinauszugehen, denn die ist oft nicht die Innovativste. Somit soll eine Vielzahl von Lösungen für Ihre Herausforderung entstehen. Die Skizzen müssen nicht perfekt sein, aber die Idee veranschaulichen. Die Methode wird aus einem bestimmten Grund die Crazy Eights genannt – also drehen Sie durch!

Schwierigkeit:     Mittel – Testlauf empfohlen
Teilnehmer:         max. 8 Personen
Timing:                  8 Minuten pro Runde
Material:               Zeitmesser, Post-Its, Stifte, Klebepunkte

Schritte:

  • Nimm ein Papier und falten es in acht Abschnitte.
  • Stelle den Timer auf acht Minuten.
  • Jedes Teammitglied skizziert in jedem Rechteck eine Idee – insgesamt acht Ideen in acht Minuten.
  • Wenn der Timer klingelt, legen alle ihre Stifte weg.
  • An dieser Stelle können Ihr folgendes tun:
    • Das Team bitten, ihre Top-3-Ideen zu präsentieren.
    • Das Team bitten, ihre Lieblingsideen auszuwählen und gib ihnen sechs Minuten mehr Zeit, um Ideen weiter zu entwerfen.
    • Gib jedem zwei Klebepunkte und bitte die Leute, über ihre Lieblingsideen aus der ganzen Gruppe abzustimmen.

Brainstorming

Opposite Thinking – Herausforderung umkehren

Wenn Ihr Herausforderung, vor denen ihr steht, umkehrt, können neue Ideen entwickelt werden, um Lösungen zu finden. Menschen neigen dazu, im negativen Denken auf mehr Lösungen zu kommen, als im positiven Denken. Das ist das Prinzip von Opposite Thinking. Bedenkt: Wenn die Technik des umgekehrten Denkens verwendet wird, um Ideen zu generieren, sollte zuerst die Herausforderung oder Frage isoliert werden, die Ihr zu beantworten versucht.

Schwierigkeit:        Medium
Teilnehmer:            2-5 Personen
Timing:                     10-20 Minuten
Material:                  Post-Its, Stifte, Brown Paper

Schritte:

  • Nenne die Herausforderung – „Wie reduzieren wir die Fehlerquote im Werk?“
  • Kehre diese Herausforderung um – „Wie erhöhen wir die Fehlerquote im Werk?“
  • Freies Brainstorming zur Reverse-Challenge mit xy-Ergebnissen – „Wir vergeben einen Preis für die meisten Fehler.“
  • Drehe das Ergebnis final um – „Wir belohnen die Einhaltung eines Qualitätsstandards.“

Doch egal welche Methode Ihr nutzt, beachtet vor Beginn immer folgende Spielregeln:

  • Regel #1 Es gibt keine schlechten Ideen:  
    Vermeidet negatives Denken, kein „ja, aber“, keine rollenden Augen. Betrachtet jede Idee als ein Teil eines Puzzles. Große Geschäftskonzepte sind eine ungewöhnliche Kombination von (verrückten) Ideen.
  • Regel #2 Alles festhalten:
    Nutzt Post-Its, verwendet Marker und seid visuell.
  • Regel #3 Nutzt hybrides Brainstorming:
    Durch die Kombination von Einzel- und Gruppenbrainstorming sowie verschiedenen anderen Techniken und Methoden die besten Ergebnisse erzielt.
  • Regel #4 Quantität über Qualität:
    Seid quantitativ, indem Ihr verschiedene, auslösende Techniken verwendt. Die Ideenauswahl (Qualität), wird erst im zweiten Schritt gemacht.
  • Regel #5 Spaß haben!
    Um die kreativen Gedanken fließen zu lassen, versucht eine angenehme Atmosphäre zu schaffen und die Session zu genießen!

Wie geht es weiter? Im nächsten Blogbeitrag der #IdeationInsights stellen wir Methoden zur strukturierten Assoziation vor!


Weiterführende Links:


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Autor

Jenny Maertens ist Product Managerin bei etventure und beschäftigt sich als Leiterin der etventure Ideation Guild mit der Entwicklung innovativer Ideen.

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