ChangeRider #16 – Lars Klingbeil, SPD-Generalsekretär

20. Dezember 2018

Folge #16 und damit die letzte Folge 2018 beim ChangeRider, meinem „Talk im Tesla“ mit Gestaltern der Zukunft aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Auf dieser Fahrt begleitet mich SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. Er berichtet unter anderem vom Wandel der Arbeitswelt, von Künstlicher Intelligenz und Datenethik. 

“Ich will nicht, dass Kriegsführung mit Algorithmen stattfindet”

Wo steht die deutsche Politik in Sachen Digitalisierung und was verändert sich zurzeit? Lars Klingbeil wurde letztes Jahr von Martin Schulz zum SPD-Generalsekretär nominiert und erfolgreich gewählt. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit: Digitalisierung. Dabei will er die digitale Agenda vorantreiben und der SPD zur Modernisierung verhelfen.

Dieses Jahr stellte die Bundesregierung eine neue KI-Strategie vor – Deutschland soll sich als führender Standort für Künstliche Intelligenz etablieren und dabei die gesellschaftlichen Grundwerte wahren. “Früher haben 30 bis 40 Leute auf dem Acker gestanden, heute fährt einer die Maschine. Das zeigt ja, dass Technik schon immer Arbeitsplätze vernichtet hat”, erklärt der SPD-Generalsekretär. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) schätzt, dass durch KI 1,5 Millionen Arbeitsplätze bis 2035 überflüssig werden könnten, aber ebenso viele neue entstehen. Damit die Menschen sich nicht abgehängt fühlen und Teil dieses Wandels werden, müsse man aber auch die richtigen Rahmenbedingungen setzen.

Das gleiche gilt aus seiner Sicht für das Thema Datenethik. Ein vernünftiger Datenschutz sei wichtig, aber dürfe Innovation nicht abwürgen: “Wir müssen sehen, dass wir innovationsfreundlich sind. Dafür haben wir die Daten-Ethikkommission eingesetzt. Die soll innerhalb eines Jahres klären, was wir bei Daten zulassen wollen und wo wir Grenzen sehen. Ich bin jetzt acht Jahre im Verteidigungsausschuss und ich will nicht, dass Kriegsführung mit Algorithmen stattfindet”, so der Politiker.  

Lars Klingbeil plädiert stattdessen für eine positive Sichtweise auf die Digitalisierung: “Wir haben in Deutschland ein Mentalitätsproblem und gucken immer nur darauf, was es für negative Folgen gibt. Das sollten wir sein lassen. Wir sollten bewusst damit umgehen, aber auch sehen, dass Digitalisierung ganz, ganz viel in unserem Leben verbessern wird.” Außerdem erzählt er im ChangeRider, wie es mit dem Thema E-Government voran geht, was im Bildungsbereich noch passieren muss und wieso Deutschland in Sachen Disruption bislang das Nachsehen hat.

Für eine weitere Fahrt im ChangeRider nominiert der Generalsekretär drei starke Frauen: Journalistin Eva Schulz, die mit ihrem Format „Deutschland 3000″ Jugendliche für politische Themen begeistert, Léa Steinacker, Chief Innovation Officer bei der Wirtschaftswoche, und Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, die ihre Wahl nicht mit Angst-Themen, sondern mit einer positiven Themensetzung und einem Schwerpunkt auf Digitalisierung gewonnen hat. 

Sie kennen weitere Querdenker, Gamechanger und unermüdliche Optimisten, die für den digitalen Wandel einstehen? Nominieren Sie einen ChangeRider-Mitfahrer unter: nomination@changerider.com. 

Diese und alle weiteren Folgen, sind als Video oder als ausführliches Gespräch im Podcast bei iTunes, Soundcloud und Spotify verfügbar.
Alle Informationen und Hintergründe finden Sie auf ChangeRider.com

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Autor

Zunächst als Berater, dann als CEO eines mittelständischen Unternehmens mit 250 Mitarbeitern und heute als Gründer und Geschäftsführer der Digitalberatung und Startup-Schmiede etventure beschäftigt sich Philipp Depiereux mit Innovationsprojekten. Gemeinsam mit zwei Partnern gründete er etventure mit der Vision, die Erfahrungen als Unternehmer und Innovationstreiber im Mittelstand, in der Konzernwelt, in Startups sowie in Digitalprojekten im Silicon Valley in einem Unternehmen zu bündeln.

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