ChangeRider #15 – Erich Staake, CEO Duisburger Hafen

Folge #15 beim ChangeRider, meinem „Talk im Tesla“ mit Gestaltern der Zukunft aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Auf dieser Fahrt begleitet mich Erich Staake, CEO des Duisburger Hafens. Er erzählt von seiner Arbeit als Hafenchef, seinem Engagement im Ruhrgebiet und wie der Hafen in Sachen Digitalisierung aufgestellt ist. 

“Wenn man das Thema Digitalisierung nicht zur Chefsache macht,
dann hat man ein Problem”

Erich Staake wuchs auf dem niedersächsischen Bauernhof seiner Eltern auf und machte zunächst eine landwirtschaftliche Lehre. Nach seinem anschließenden BWL-Studium nahm er den Weg in die Wirtschaft und arbeitete unter anderem für Preussag, Bertelsmann, Philipp Holzmann und Wella, baute zudem den Fernsehsender RTL mit auf. Vor etwa 20 Jahren erhielt Staake einen Anruf. Er sollte das damals größte Transformations-Projekt des ehemaligen Krupp-Hüttenwerks in ein modernes Logistikzentrum übernehmen. Der Unternehmer stellte sich der Herausforderung und wurde als Branchenfremder in der Logistik Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG. Heute blickt er stolz auf einen stabilen und gut vernetzten Wirtschaftsstandort. 

Durch den Niedergang des Bergbaus kämpft das Ruhrgebiet seit Jahren mit einem Strukturwandel. Der Duisburger Hafen, duisport, ist der größte Binnenhafen weltweit und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Allrounder der Logistikbranche sowie zu einem Hoffnungsträger des Ruhrgebiets entwickelt. Etwa 30.000 neue Arbeitsplätze konnten durch die Weiterentwicklungen am duisport geschaffen werden. Mehr als 100 Weltfirmen haben sich rund um den Hafen niedergelassen. Damit ist der Hafen nicht nur Treiber des Strukturwandels, sondern zum Wirtschaftsmotor der Region geworden. 

Das Thema Digitalisierung spielt für den Binnenhafen und seine zukünftige Entwicklung eine wichtige Rolle. Um wettbewerbsfähig zu bleiben holte Erich Staake sich dafür einen Digital Officer ins Haus. “Wir haben gerade vor einem halben Jahr 13 digitale Projekte aufgesetzt. Unter anderem das Thema digitale Kultur, denn man muss die Menschen mitnehmen. Wir sind ja nicht mehr 200 Leute sondern 1.500. Es ist schon wichtig, dass die Leute auch erkennen, das da was Sinnbringendes dahinter steht.” Gleichzeitig sieht Staake in der Startup-Szene große Chancen, vor allem für die Industrie im Bereich der Citylogistik. Gemeinsam mit Gisbert Rühl von Klöckner & Co beschloss er ein Gründerzentrum zu errichten, das die Stärken Duisburgs vereint: Logistik und Industrie. Entstanden ist der Startport als eine Innovationsplattform für Logistik-Startups an denen sich neben zahlreichen Hochschulen und Forschungseinrichtungen über 25 Partner aus der Industrie beteiligen, unter anderem Evonik, Cisco, Bechtle, Roland Berger oder die Deutsche Bank sind mit dabei. 

Das Ruhrgebiet ist für Erich Staake zu einer Herzensangelegenheit geworden.“Wir schließen dieses Jahr die letzten Zechen. Auf zu Neuem! Dieses Zutrauen und diesen Spirit zu fördern, das würde ich mir wünschen und dazu versuche ich, einen Beitrag zu leisten.” Um auch die Digitalisierung positiv voranzutreiben, appelliert Erich Staake an die Offenheit und Neugier der Menschen. Dabei betont er, dass dieses Thema aber vor allem von der Geschäftsführung getragen werden muss: “Es ist auch für mich nicht immer einfach. Man muss sich die Zeit nehmen, eintauchen und versuchen mitzudenken. Und ich glaube, das ist unheimlich wichtig. Wenn man das Thema Digitalisierung nicht zur Chefsache macht, hat man ein Problem.”

Als weiteren ChangeRider Gast nominiert der Unternehmer ebenfalls einen Mann des Ruhrgebiets: Bernd Tönjes – er ist Moderator beim Initiativkreis Ruhr und Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung.

Sie kennen weitere Querdenker, Gamechanger und unermüdliche Optimisten, die für den digitalen Wandel einstehen? Nominieren Sie einen ChangeRider-Mitfahrer unter: nomination@changerider.com. 

Diese und alle weiteren Folgen, sind als Video oder als ausführliches Gespräch im Podcast bei iTunes, Soundcloud und Spotify verfügbar.
Alle Informationen und Hintergründe finden Sie auf ChangeRider.com

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Autor

Zunächst als Berater, dann als CEO eines mittelständischen Unternehmens mit 250 Mitarbeitern und heute als Gründer und Geschäftsführer der Digitalberatung und Startup-Schmiede etventure beschäftigt sich Philipp Depiereux mit Innovationsprojekten. Gemeinsam mit zwei Partnern gründete er etventure mit der Vision, die Erfahrungen als Unternehmer und Innovationstreiber im Mittelstand, in der Konzernwelt, in Startups sowie in Digitalprojekten im Silicon Valley in einem Unternehmen zu bündeln.

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