ChangeRider #14 – Oliver Paasch, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien

Folge #14 beim ChangeRider, meinem „Talk im Tesla“ mit Gestaltern der Zukunft aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Auf dieser Fahrt begleitet mich der Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) aus Belgien, Oliver Paasch. Er berichtet über den digitalen Wandel in Belgien und was politisch in der nächsten Zeit auf Europa zukommt.

„Wir müssen die Menschen darauf vorbereiten, dass die Welt schon morgen nicht mehr so sein wird wie heute“

Die europäische Union muss sich derzeit vielen Herausforderungen stellen – der Durchführung des Brexits, einem amerikanischen Präsidenten wie Trump, der Flüchtlingskrise oder dem Klimawandel. Belgien ist als Hauptsitz der EU Dreh- und Angelpunkt und ein wichtiges politisches Zentrum. Oliver Paasch ist Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) in Belgien und setzt sich vor allem mit den aktuellen EU-Themen und der Digitalisierung stark auseinander. Der 47-Jährige begann seine Laufbahn zunächst im Finanzsektor und der Unternehmensberatung. Im Jahr 2004 wagte er dann den Schritt in die Politik und wurde innerhalb der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft Minister für Unterricht, wissenschaftliche Forschung, Ausbildung und Beschäftigung. Im Laufe der Jahre gründete er seine eigene Partei, die Pro Deutschsprachige Gemeinschaft (PDG). Seit 2014 ist er nun der Ministerpräsident der DG. Sein Ziel: die Menschen auf die Digitalisierung vorbereiten. 

Mit mehr als zehn Jahren Erfahrung im Bildungsbereich weiß der Ministerpräsident, welche Kompetenzen und Fähigkeiten in Zukunft gebraucht werden. Neben der klassischen Bildung und dem sinnvollen Einsatz von Technologien sei vor allem die Vermittlung sozialer Kompetenzen von enormer Bedeutung: “Es geht um personale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, eine positive Einstellung zum Leben, die Bereitschaft Veränderungen zu akzeptieren. Auf der anderen Seite zählen soziale Kompetenzen: die Fertigkeit mit anderen Menschen umzugehen, positiv auf sie einzuwirken, zuhören zu können.”

In Zeiten von Fake News sei allerdings auch ein richtiger Umgang mit Medien eine entscheidende Fähigkeit, die man auch Kindern schon heute beibringen sollte. „Das Wahre vom Unwahren zu unterscheiden und sich ein kritisches Urteilsvermögen anzueignen“ – in Zeiten von Fake News erscheint das wichtiger denn je. Gleichzeitig plädiert Paasch für mehr europäischen Zusammenhalt: “Wir müssen davon überzeugen, dass die elementaren Grundwerte wichtig sind. Und dass wir sie auf Dauer nur im Rahmen der europäischen Union leben können. Demokratie ist kein Naturgesetz – wir müssen uns dafür stark machen und einsetzen.“ 

Gegen Ende der Fahrt appelliert Paasch vor allem an den Mut zur Veränderung: “Wir müssen bereit sein zu akzeptieren, dass die Welt nicht stehen bleibt, sich permanent verändert und das sogar in einer exponentiellen Geschwindigkeit. Wir dürfen keine Angst davor haben, sondern müssen in diesen Veränderungen eine Chance erkennen und diese dann auch nutzen.” Zum ChangeRider-Format, betont Paasch, passe vor allem die Verbindung von Mensch und Technik. Daher nominiert er den aktuellen Vize-Weltmeister des belgischen Rallye-Sports, Thierry Neuville, für eine weitere Fahrt im ChangeRider.

Sie kennen weitere Querdenker, Gamechanger und unermüdliche Optimisten, die für den digitalen Wandel einstehen? Nominieren Sie einen ChangeRider-Mitfahrer unter: nomination@changerider.com. 

Diese und alle weiteren Folgen, sind als Video oder als ausführliches Gespräch im Podcast bei iTunes, Soundcloud und Spotify verfügbar.
Alle Informationen und Hintergründe finden Sie auf ChangeRider.com

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Autor

Zunächst als Berater, dann als CEO eines mittelständischen Unternehmens mit 250 Mitarbeitern und heute als Gründer und Geschäftsführer der Digitalberatung und Startup-Schmiede etventure beschäftigt sich Philipp Depiereux mit Innovationsprojekten. Gemeinsam mit zwei Partnern gründete er etventure mit der Vision, die Erfahrungen als Unternehmer und Innovationstreiber im Mittelstand, in der Konzernwelt, in Startups sowie in Digitalprojekten im Silicon Valley in einem Unternehmen zu bündeln.

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