ChangeRider #13 – Dr. Alex von Frankenberg, Geschäftsführer High-Tech Gründerfond

Folge 13 beim ChangeRider, meinem „Talk im Tesla“ mit Gestaltern der Zukunft aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Auf dieser Fahrt begleitet mich Dr. Alex von Frankenberg, der Geschäftsführer des High-Tech Gründerfond. Auf seiner Fahrt erzählt er unter anderem warum es wichtig ist, dass wir in Deutschland mehr in den Aktienmarkt investieren und wie es zu einer peinlichen Fuß-Verwechselung gekommen ist. 

“Facebook ist mehr wert als SAP und alle Startups in Deutschland zusammen!”

Er ist einer der erfolgreichsten Frühphasen-Investoren: Dr. Alex von Frankenberg ist seit über 13 Jahren der Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds (HTGF), der in junge Wachstumsfirmen investiert. Im Jahr 2005 wurde der Fond gemeinsam durch das Bundeswirtschaftsministerium, der Förderbank KfW und einigen Industriekonzernen gegründet. Heute gilt der HTGF als aktivster und größter Frühphasen-Investor. Mittlerweile hat der 51-Jährige mehr als 500 Unternehmen auf ihrem Weg der Gründung über das erfolgreiche Wachstum bis hin zum Exit begleitet. Über 1.300 verschiedene Investoren haben mittlerweile aktiv ins Portfolio investiert. Daraus entstanden unter anderem die Unternehmen Mister Spex, Rigontec GmbH, 6Wunderkinder, die Next Kraftwerke GmbH, Cumulocity und Juniqe.


“Es muss viel mehr Geld in Equity investiert werden”

Um wirklich Gründen zu wollen, sollten Startups neben einem technologischen Wettbewerbsvorteil, vor allem den notwendigen Willen zeigen: “Da gehört ganz viel dazu. Harte Arbeit, die Dinge durchdenken, Kompetenzen reinholen, ehrlich zu sich sein, offen für Anregungen sein und auch seine eigene Meinung haben.” Derzeit, bestätigt Frankenburg, gibt es immer mehr positive Entwicklungen, eine aufblühende Startup Szene und zahlreiche neue Investoren. Dennoch sieht der Investor eine große Herausforderung, der wir uns in den nächsten Jahren stellen müssen. Große amerikanische Konzerne wie Google, Apple oder Facebook dringen schon jetzt Stück für Stück in jeden Lebensbereich vor und entwickeln stetig fortschreitend, fast unbemerkt, große Monopole. “Heute ist Facebook 450 Milliarden Dollar wert und damit mehr wert als alle deutschen Startups inklusive SAP zusammen. Das ist nicht nur eine Werte-Perspektive sondern auch ein Ökosysteme-Thema.” Gründer sollten daher ihr Unternehmen nicht zu früh verkaufen, und den Mut aufbringen, diese auch mal richtig groß zu machen. Eine weitere Voraussetzung um das Ökosystem in Deutschland zu stärken sieht Frankenberg in Börsengängen. Politik muss mehr Anreize geben um in Aktien zu investieren anstatt Lebensversicherungen, so der Investor. Erst wenn mehr Menschen Aktien kaufen, könnten auch Unternehmen in Deutschland die Chance bekommen richtig groß zu werden.

Bei all den Start-up Insights verrät Frankenberg gegen Ende der Fahrt dann doch noch seine peinlichste Geschichte: Als er 1994 mit einem großen Beraterteam in Amerika war, saß er seiner damaligen Freundin, die ebenfalls Teil des Teams war, im Meeting direkt gegenüber. Bei dem Versuch mit ihr zu füßeln, erwischte Frankenberg allerdings nicht die Füße seiner Angebeteten, sondern die seines amerikanischen Kollegens. Dieser war offensichtlich not amused von den Annäherungsversuchen.

Für eine weitere Fahrt im ChangeRider nominiert der Investor den Gründer von Einhorn, Philip Siefer. Mit seinem Startup stellt er vegane Kondome in “cooler Chipsverpackung” her. Das junge Unternehmen gilt außerdem als Leuchtturm Beispiel der New Work Szene und hat unter anderem durch einen „CEO Tausch“ für viel Aufmerksamkeit gesorgt.

Sie kennen weitere Querdenker, Gamechanger und unermüdliche Optimisten, die für den digitalen Wandel einstehen? Nominieren Sie einen ChangeRider-Mitfahrer unter: nomination@changerider.com.

Alle Informationen und Hintergründe finden Sie auf ChangeRider.com. Die Folgen gibt’s außerdem auch im Podcast-Format. 

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Autor

Zunächst als Berater, dann als CEO eines mittelständischen Unternehmens mit 250 Mitarbeitern und heute als Gründer und Geschäftsführer der Digitalberatung und Startup-Schmiede etventure beschäftigt sich Philipp Depiereux mit Innovationsprojekten. Gemeinsam mit zwei Partnern gründete er etventure mit der Vision, die Erfahrungen als Unternehmer und Innovationstreiber im Mittelstand, in der Konzernwelt, in Startups sowie in Digitalprojekten im Silicon Valley in einem Unternehmen zu bündeln.

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