Arbeit kann Spaß machen – Ein Gastbeitrag zu #BetterWork

Was braucht es, damit Arbeit sinnvoll und erfüllend ist? Unsere Gastautorin Bettina Horenburg, Director Corporate Communications bei der Siegwerk Group zeigt auf, wie BetterWork gelingen kann. 


BetterWork

Arbeit kann Spaß machen – auch montags

Digitalisierung, neue Technologien, sich verändernde Berufsbilder – die Arbeitswelt ist klar im Wandel. Wie sich all dies auf den Arbeitsalltag des Einzelnen auswirkt, wird stark diskutiert. Wird sich der Sinn der Arbeit dadurch in Zukunft ändern? Werden Mitarbeiter allein dadurch zufriedener und wechseln seltener den Arbeitsplatz? Warum warten? Die Frage ist doch: Wie kann bzw. sollte Arbeit heute bereits aussehen, damit sie gerne erledigt wird  – auch an einem Montag.

Ich persönlich glaube daran, dass wir bereits heute eine Vielzahl an Werkzeugen in der Hand halten, mit denen sich die Art zu arbeiten sinnstiftender gestalten lässt.

Arbeitszeiten – flexibel und bedarfsabhängig

Mitarbeitern das Vertrauen zu schenken, dass sie innerhalb eines festgelegten Zeitraums ihre Arbeitsstunden frei wählen dürfen, schenkt ihnen die Freiheit, private Dinge stressfreier zu erledigen, was sie wiederum motivierter und entspannter zur Arbeit bringt. Flexibilität und Selbstbestimmung sind zwei wichtige Bestandteile für ein zufriedeneres Arbeiten. Die Ablösung eines festen Arbeitsplatzes durch „mobile“ Arbeitskonzepte, wo es möglich ist, fördert ein stressfreieres Arbeiten und gibt Mitarbeitern die Chance, selbst zu bestimmen, von wo sie ihre Aufgaben erledigen. Im Vordergrund steht hierbei eine qualitativ hochwertige und fristgerechte Erledigung der übertragenen Aufgaben und nicht das Absitzen von Arbeitsstunden bei eventuellen Leerläufen im Arbeitsalltag. Diese freie Zeitgestaltung ermöglicht es den Mitarbeitern, selbstbestimmt zu handeln und überträgt ihnen gleichzeitig die Verantwortung für ihre eigenen Entscheidungen.

Vertrauen schlägt Kontrolle

Entgegen dem altbekannten Sprichwort „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ impliziert die Ablösung vom festen Arbeitsplatz natürlich von den Vorgesetzten und Führungskräften, dass sie ihren Mitarbeitern das Vertrauen auch schenken. Das eigene Mindset muss sich hierfür ändern, dass ein unproduktiver Mitarbeiter, der von 9-17 Uhr an seinem Schreibtisch sitzt, nicht besser arbeitet als ein nicht anwesender Mitarbeiter, der aus dem Home Office arbeitet und seine Ergebnisse pünktlich liefert. Auch wenn ein Mitarbeiter nicht vor Ort ist, heißt dies nicht, dass er nicht für das Unternehmen „online“ ist. Es sollten vielmehr die Ergebnisse also der Output eines Mitarbeiters zählen als die Anwesenheitszeiten. Sollten die Arbeitsergebnisse natürlich nicht stimmen, dann ist es wichtig, Feedback zu geben und offen mit dem Mitarbeiter zu sprechen. Vertrauen an den richtigen Stellen kann Mitarbeiter motivieren, aber es sollte auch als Privileg verstanden werden, das man nicht so ohne weiteres verspielt. Eine gelebte Feedback-Kultur ist hierbei ein wichtiger Faktor für beide Seiten.

Klare Verantwortlichkeiten

Mitarbeiter brauchen klare Rollen. Was sind ihre genauen Aufgaben? Wofür sind sie verantwortlich? Hier spielt auch die Delegation von Verantwortlichkeiten hinein. Der Chef sollte nicht in allem die Finger haben, sondern den Mitarbeitern in gewissem Rahmen Handlungsfreiheit einräumen. Lange Abstimmungsprozesse verlangsamen Resultate und quälen den Mitarbeiter mit dem Gefühl der Einflusslosigkeit, da erst eine ganze Gruppe Anderer über seine Arbeit abstimmen muss. Er wird in der Ausführung seiner Arbeit behindert und verliert das Interesse und den Drive. Klare Verantwortlichkeiten minimieren Abstimmungszeiten und erhöhen die Arbeitsleistung. Stichwort „Empowern“ – Mitarbeiter sollten das Gefühl haben, dass sie ihre Interessen eigenmächtig, selbstverantwortlich und selbstbestimmt vertreten können. Dies bringt Motivation und mehr Sinn in ihre Arbeit und sie sind bereit, ihre Gestaltungsspielräume und zur Verfügung stehenden Ressourcen wirklich auszuschöpfen und nicht sozusagen nur auf „Sparflamme zu laufen“.

Komplementäre Teams – in der Vielfalt liegt die Stärke

Bei der Teamarbeit ist es wichtig, dass sich jeder auf jeden verlassen kann. Eine komplementäre Teamgestaltung bringt dabei Mitarbeiter zusammen, deren Stärken und individuelle Fähigkeiten sich ergänzen. Damit kommt jedem Teammitglied eine klare Rolle in der Ausübung der Arbeit im Team zu. Alle erforderlichen Rollen sind redundanzfrei besetzt, d.h. überschneidungsfreie Kompetenzen, eindeutige Verantwortlichkeiten und klare Aufgabenverteilung. Die Arbeit des Einzelnen erhält somit einen neuen Stellenwert, denn sie ist ausschlaggebend für die Arbeit des Teams. Der Einzelne ist somit motivierter, seinen Teil zum großen Ganzen beizutragen und fühlt sich als Experte für seinen Bereich gebraucht und geschätzt. Ein Gefühl, das die Arbeit erfüllender macht.

Wohlfühlfaktor Arbeitsumfeld

Mitarbeitermotivation ist immer auch abhängig vom allgemeinen Arbeitsumfeld. Ein Mitarbeiter muss sich wohl und von Chef und Arbeitgeber geschätzt fühlen. Hierzu zählt immer auch die Attraktivität des Arbeitsumfeldes: Wo ist die Arbeit auszuüben? Wie ist die Lebensqualität im Umfeld? Gibt es besondere Benefits? Dies kann von Vergünstigungen für lokale Services, Sportangebote und Versicherungen über kostenlose Getränke, außergewöhnliche Veranstaltungen bis hin zu Bonusgeldern für herausragende Leistungen reichen. Es geht darum, dass Mitarbeiter sich wertgeschätzt fühlen vom Arbeitgeber, dann sind sie auch bereit, die Extrameile zu gehen. Hierzu gehört auch, dass man es den Mitarbeitern ermöglicht, Familie und Beruf zu vereinen. Entweder durch individuelle Arbeitszeitmodelle, durch Betreuungshilfen für Kinder oder ähnlichem. Mitarbeiter sollten das Gefühl haben, dass die Möglichkeit besteht, die Arbeit an unvorhersehbare Veränderungen in ihrem Leben anzupassen – sei es vorübergehend oder längerfristig. Die Chance, sich aus bestimmten Gründen neben der Arbeit mal mehr um die Familie kümmern zu können, gibt Mitarbeitern ein sicheres Gefühl und stärkt so die Bindung zur Arbeit und zum Arbeitgeber.

Grundsätzlich gibt es natürlich kein umfassend geltendes Patentrezept für bessere Arbeit. Diese variiert selbstverständlich von Branche zu Branche und von Unternehmen zu Unternehmen. Ich meine, dass bereits heute jede Führungskraft die Arbeit im Team so anpassen kann, dass wieder mehr Motivation entsteht. Schließlich können wir als Leiter eines Teams oder einer Abteilung die eigenen Arbeitsprozesse weitestgehend selbst ausgestalten und zwar auch bereits, bevor es ein Memo zu weitreichenderen Änderungen von oben gibt. Es gilt dabei immer, den eigenen Weg für eine bessere Arbeitswelt zu finden und am Ende auch zu gehen. Wie kann ich meinen Mitarbeitern mehr Sinn und Zufriedenheit schenken? Denn am Ende erreicht jede Organisation nur das, was ihre Mitarbeiter möglich machen. Motivierte Mitarbeiter sind und bleiben nun mal das höchste Gut eines jeden Unternehmens.


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Autor

Marie-Christin Bergmann ist Praktikantin in der PR bei etventure. Zuvor hat sie Mediengestaltung gelernt und ein Studium im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmenskommunikation abgeschlossen.

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