#DIGITALLEARNING 4 – Lean Startup

Wissen ist Macht – gerade wenn es um die Digitalisierung geht. Deshalb stellen wir unseren Lesern mit der Blog-Serie #DIGITALLEARNING regelmäßig Methoden, Tools und Know-how rund um Digitalisierung und Innovation vor. Im heutigen Beitrag nehmen wir die Lean Startup-Methode genauer unter die Lupe.


“Most Startups fail. But many of those failures are preventable.”

Eric Ries, The Lean Startup

Die größte Herausforderung für Startups ist, möglichst schnell und kosteneffizient zu beweisen, dass ihr Produkt am Markt bestehen kann. Es geht also darum, innerhalb weniger Monate Erfolge vorzuweisen, die Investoren und Kunden überzeugen.

Auch wenn Corporates vor anderen Aufgaben stehen, haben sie es mit der Entwicklung neuer Produkte oft nicht leicht. Durch lange Konzeptions- und Produktentwicklungsphasen dauert es häufig mehrere Jahre, bis ein Produkt tatsächlich auf den Markt kommt und zum ersten Mal dem Kunden vorgestellt wird. Reagiert dieser nicht so positiv wie erhofft, wurden große Mengen an Geld und Zeit verschwendet.

Lean Startup möchte genau das verhindern, indem es die Unternehmensgründung und Produktentwicklung so effektiv und effizient wie möglich macht. Hier gilt: rausgehen und dem Kunden zuhören!

Schlank und schnell – 4 Fakten zu “Lean Startup”

  • Der Entrepreneur Eric Ries gilt als Begründer der Lean Startup Methode. In seinem Buch “The Lean Startup” vereint er Wissenschaft und Praxis und erklärt die Hintergründe und Vorteile der Methode.
  • Lean Startup ist angelehnt an den Lean Manufacturing-Ansatz, der durch den Automobilhersteller Toyota bekannt wurde. Schnelle, kostengünstige Just-in-Time-Produktion wird hier groß geschrieben.
  • “Lean” bedeutet übersetzt “schlank”. Es geht also darum, Prozesse möglichst schlank zu halten und mit möglichst wenig Kapital ein Unternehmen zu gründen oder ein Produkt zu launchen. Dabei ist keine lange Planungsphase vorgesehen, sondern eine schnelle Produktentwicklung und ein frühzeitiger Marktlaunch.
  • Der Nutzer steht im Mittelpunkt. Die Produktentwicklung wird von kontinuierlichem Kundenfeedback inspiriert und validiert. Dafür werden iterativ die wichtigsten Faktoren des Produktes, z. B. Preis, Design oder Vertriebswege, getestet. Entwicklungszyklen sind so kurz wie möglich, damit schnell auf das Kundenfeedback reagiert werden kann. Es entsteht ein sich wiederholender Zyklus aus Bauen, Messen und Lernen – der Build-Measure-Learn-Zyklus.

 

Lean Startup: Build-Measure-Learn Zyklus

1. Bauen

Die Entwicklung eines neuen Produkts oder die Gründung eines Unternehmens dürfen niemals dem Selbstzweck dienen. Ihr Ursprung sollte immer ein Problem sein, das es für eine potenzielle Zielgruppe zu lösen gilt. Wurde ein relevanter Schmerzpunkt identifiziert, wird überlegt, wie sich dieser bekämpfen lässt. Hierbei werden Hypothesen aufgestellt und im Laufe des Prozesses validiert. Im nächsten Schritt wird bereits eine Minimalversion eines Produktes entwickelt – ein Minimum Viable Product (MVP). Dabei beschränkt man sich auf die wichtigsten Funktionen des Produktes, verzichtet also beispielsweise auf Zusatz-Features und legt noch nicht so viel Wert auf perfektes Design. Wichtig ist dennoch, dass keine unfertigen, fehlerhaften Produkte auf den Markt kommen. Stattdessen handelt es sich beim MVP um ein funktionsfähiges Produkt, das dem Kunden einen Mehrwert bietet, indem es sich auf seine Kernfunktionen beschränkt.  

2. Messen

Das MVP wird nun am Markt getestet, d.h. es wird der potentiellen Zielgruppe vorgeführt,  um deren Feedback einzuholen. Ziel ist es herauszufinden, inwieweit das Produkt zu den Bedürfnissen der Kunden passt. Bei einem physischen Produkt kann hier beispielsweise die Handhabung getestet werden, aber auch die Preispolitik und die Zahlungsbereitschaft der Kunden sowie unterschiedliche Designs, Versionen oder Vertriebswege. Alle Tests werden direkt in der Interaktion mit dem Kunden durchgeführt und dessen Reaktionen gemessen. Dies geschieht mit Hilfe von Interviews, einfachen Landing Page-Tests oder anderen kostengünstigen Instrumenten, die wertvolle Erkenntnisse über die Bedürfnisse der Kunden liefern.

3. Lernen

Nachdem das Kundenfeedback zum Produkt eingeholt wurde, wird es im Detail analysiert. Was möchte oder braucht der Kunde wirklich? Wurden die eingangs aufgestellten Hypothesen bestätigt oder widerlegt? Entsprechend des Feedbacks wird das Produkt nun angepasst und auf Basis von Hypothesen erneut am Markt getestet. Der Zyklus beginnt von Neuem, es wird wieder getestet, analysiert und angepasst. Der Build-Measure-Learn-Zyklus wiederholt sich also, bis das ausgereifte Produkt geschaffen ist.   

Lean Startup bietet Gründern und Produktentwicklern einen Rahmen, um schnell und vergleichsweise kostengünstig Produkte auf den Markt zu bringen, die auf ihre Zielgruppe und deren Bedürfnisse zugeschnitten sind. Indem sie den Kunden in den Fokus rücken, können Unternehmen Produkt-Flops und Frustration vermeiden und langfristige Erfolge verzeichnen.


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Autor

Maureen stammt aus Köln und studierte International Business und Media Management. Nach einer Tätigkeit bei Daimler vertiefte sie ihr Studium im Bereich Marketing Management. Bei etventure unterstützt sie den etventure Learning Hub bei den Themen Marketing und Controlling.

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