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#DIGITALLEARNING 8 – Innovationsmanagement

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Wissen ist Macht – gerade wenn es um die Digitalisierung geht. Deshalb stellt der etventure Learning Hub mit der Blog-Serie #DIGITALLEARNING regelmäßig Methoden, Tools und Know-how rund um Digitalisierung und Innovation vor. Heute fragen wir uns: Was ist eigentlich Innovationsmanagement?


Unternehmen müssen im Zeitalter der digitalen Transformation innovativ sein, um auf lange Sicht am Markt bestehen zu können. Gerade in großen Unternehmen muss Innovation organisiert stattfinden – durch strategisches Innovationsmanagement. Doch was bedeutet das eigentlich?

Durch Innovationsmanagement wird Innovation gefördert. Demzufolge schließt es alle Aufgaben der systematischen Planung, Organisation, Führung und Kontrolle von Innovation ein und sollte daher fest in der Unternehmensstrategie verankert und kommuniziert sein. Innovationen sind Neuerungen, die einen wirklichen Nutzen für das Unternehmen und seine Kunden bieten. Innovation ist ein gezielter Prozess, durch den etwas Neues entsteht – etwas, was es streng genommen also zum ersten Mal in dieser Form gibt.

Innovationsmanagement vs. Ideenmanagement

Innovationsmanagement ist somit abzugrenzen von bloßem Ideenmanagement, denn Ideen allein bringen noch nicht den erwähnten Nutzen. Stattdessen müssen sie verwertet und zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Angebot weiterentwickelt werden. Innovationsmanagement kann als Prozessmanagement verstanden werden und ist im Wesentlichen in zwei Stränge zu unterteilen:

Innovationsmanagement früher und heute

Der Begriff “Innovation” wird heute fast inflationär benutzt – auch für Verbesserungen, die im eigentlichen Sinn vielleicht gar nicht innovativ sind. Denn früher waren Innovationen vergleichsweise einfacher, da der Markt noch nicht so gesättigt und von branchenfremden Konkurrenten bedroht war. Inkrementelle Innovationen, also schrittweise Erneuerungen von Produkten, waren oft ausreichend. Manche Unternehmen konnten sich vielleicht sogar über Jahre am Markt halten, während sie lediglich Farbe, Design oder Form ihrer Produkte minimal angepasst haben. Da Unternehmen aus Angst vor dem Risiko lieber auf Altbekanntes setzen, wurden einige von ihnen spätestens durch die Digitalisierungswelle von radikaleren Innovatoren überrollt.

Die Digitalisierung macht Innovation relevanter und beschleunigt sie massiv. Mit ihrem Fortschreiten sind zahlreiche branchenfremde Startups aus dem Boden geschossen und haben etablierte Unternehmen kannibalisiert. Wir schlagen Fakten schon längst nicht mehr im Brockhaus nach, sondern behelfen uns mit Wikipedia. Die Hotelbranche bekommt einen Dämpfer durch Unternehmen wie Airbnb und Banken sehen sich zunehmend mit Fintechs konfrontiert, die kundenzentriertere Lösungen anbieten.

Disruptive Innovationen erfordern Mut

Beispiele wie diese sind zahlreich. Sie zeigen, dass inkrementelle Veränderungen heute selten genügen – dazu gibt es zu viel (unerwartete) Konkurrenz. Kleine, schrittweise Veränderungen halten zwar das Tagesgeschäft am Laufen, aber um radikalere Innovationen zu entwickeln, ist Mut und Risikobereitschaft gefragt. Häufig wird in diesem Zusammenhang von disruptiven Innovationen gesprochen, die die Branchenlogik gänzlich auf den Kopf stellen. Vielleicht entwickelt auch Ihr Unternehmen bald Geschäftsmodelle, die heute noch unvorstellbar sind und sichert sich so einen Wettbewerbsvorteil.

“Der beste Weg, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie zu gestalten!”
(Willy Brandt)

Unternehmen haben heute eine wesentlich höhere Innovationsbereitschaft als früher, weil sie die Notwendigkeit zur Innovation verstanden haben. Oft fehlt aber das nötige Wissen, um Innovation ganzheitlich im Unternehmen zu fördern. Ein Blick von außen in Form von Innovationsberatung oder Weiterbildungen in Innovationsmanagement können dabei helfen, Führungskräften die Augen zu öffnen, so dass sie eine Innovationskultur im Unternehmen etablieren und mit Überzeugung vorleben.

No-Go: Das haben wir schon immer so gemacht

Beim Innovationsmanagement darf nicht auf Sätze wie “Das haben wir schon immer so gemacht” zurückgegriffen werden. Stattdessen gilt das Motto “Bevor wir kannibalisiert werden, kannibalisieren wir uns lieber selbst”. Das wohl gängigste Beispiel an dieser Stelle ist Kodak. Der Konzern hat bereits vor allen anderen die Digitalkamera entwickelt, aber nicht für die Masse zugänglich auf den Markt gebracht – und das nur aus Angst davor, das Kerngeschäft, den Verkauf von Kamerafilmen, zu schädigen. Heute benutzen wir zum Fotografieren keine Filme mehr, Kodak aber musste Insolvenz anmelden. Das zeigt: Kein Unternehmen ist zu groß, um zu scheitern, keines zu klein um mit innovativen, nutzerzentrierten Lösungen erfolgreich zu sein. Oder wie schon Charles Darwin gesagt hat:

Es ist weder der Stärkste, noch der Intelligenteste einer Spezies, der überlebt, sondern derjenige, der sich Veränderungen am besten anpassen kann.”

Wie Innovation im eigenen Unternehmen angegangen und umgesetzt wird, kann sich sehr individuell gestalten. Das spiegelt sich auch im Innovationsmanagement wider. Ein möglicher Ansatz ist die Entwicklung von Innovationen aus dem eigenen Unternehmen heraus. Dabei entwickeln kleine und flexible Teams mit kurzen Entwicklungszyklen Ideen und bringen diese schnell auf den Markt, um sie zu testen. Andere Unternehmen gründen ganze Innovation Units, um Tagesgeschäft und Innovation zu vereinen. Wieder andere setzen auf die Kooperation mit Startups, die den Zugang zu Ideen und Technologien bieten und im Gegenzug Kapital und einen vereinfachten Marktzugang vom Unternehmen erhalten. Wie auch immer das Innovationsmanagement und die entsprechenden Prozesse ausgearbeitet werden – es sollte immer Teil einer ganzheitlichen Unternehmensstrategie sein.


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