Die neue etventure Studie 2019 zur Zukunftsfähigkeit der deutschen Unternehmen – exklusiv mit Dorothee Bär und Gisbert Rühl im Interview

11. Oktober 2019

Erstmals sinkt die strategische Bedeutung der Digitalen Transformation in den deutschen Chefetagen wieder – aber wurde überhaupt schon richtig angefangen?

Zum vierten Mal in Folge liefert etventure mit der Studie „Digitale Transformation 2019 – Die Zukunftsfähigkeit der deutschen Unternehmen“ eine Bestandsaufnahme der Digitalisierung. Hierfür hat das Marktforschungsinstitut GfK eine Befragung unter rund 2.000 deutschen Großunternehmen mit einem Umsatz ab 250 Mio. Euro durchgeführt. Aus den Ergebnissen lässt sich ablesen: Der Mut für das digitale Neugeschäft fehlt, beziehungsweise die Komplexität der Digitalen Transformation wird gar nicht erst vollständig erfasst.

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Die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens langfristig sichern

Das Positive vorweg: Es ist über die vergangenen Jahre etwas in Gang gekommen. Die Unternehmen haben teilweise begonnen, bestehende Prozesse und ihr Geschäftsmodell zu digitalisieren. Das ist richtig und wichtig, denn auf diesem Weg können schnell Gewinne durch Kostenreduktion und Effizienzsteigerung erzielt werden. 67 Prozent fokussieren laut der etventure Studie die Digitalisierung analoger Prozesse oder schon vorhandener Geschäftsmodelle. Dies sind allerdings nur die ‚Hausaufgaben‘, die jedes Unternehmen mit Blick auf den technologischen Wandel und die sich verändernden Bedürfnisse ihrer B2B- oder B2C- Kunden zu machen hat.

Der Schlüssel, einer der wichtigsten Hebel zu weiterem Unternehmenswachstum, neuen Zielgruppen und neuen Umsätzen liegt aber vor allem in der Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle und im Aufbau von Digitalkompetenzen. Dies ist umso wichtiger, sollte sich die wirtschaftliche Lage tatsächlich wie angenommen weiterhin verschlechtern und es nötig sein, potentielle Umsatzrückgänge im klassischen Geschäft zu kompensieren. Es ist aber vor allem langfristig entscheidend, um am Markt in einer Spitzenposition bestehen zu können – steht aber bei nur 21 Prozent der Unternehmen hierzulande oben auf der Agenda.

Der Übergang vom analogen zum innovativen, digitalen Wirtschaftsstandort vollzieht sich mühsam. Ein Grund dafür ist sicherlich die zurückliegende, lange konjunkturelle Hochphase. Die deutschen Unternehmen sind saturiert, arbeiteten in der Vergangenheit ihre vollen Auftragsbücher ab und spürten kaum Druck ins digitale Neuland aufzubrechen. Die berechtigte Sorge ist nun allerdings, dass mit einer Eintrübung der wirtschaftlichen Lage die Unternehmen wichtige Entscheidungen und Investitionen, insbesondere auch in Mitarbeiter oder in neue Geschäftsmodelle vertagen.

Fehlende qualifizierte Mitarbeiter mit Digital-Know-how als größtes Hemmnis

Ein zweiter Punkt ist, dass die Unternehmen die ‚richtige‘ Kultur für die Digitalisierung noch nicht verankert haben. Als größtes aktuelles Hemmnis bei der Umsetzung der Digitalen Transformation werden mit deutlichem Abstand „fehlende qualifizierte Mitarbeiter mit Digital-Know-how“ genannt (76 Prozent). Auffällig ist das gleichzeitig auch immer stärker schwindende Vertrauen in die bereits vorhandenen Mitarbeiter. Während vor zwei Jahren noch fast jedes zweite Großunternehmen seine Mitarbeiter für ausreichend qualifiziert hielt, die Digitalisierung voranzutreiben, sind es jetzt gerade noch rund ein Viertel (28 Prozent) – und dies, obwohl die Unternehmen wie auch schon in den vorangegangenen Jahre angegeben haben, massiv in die Weiterbildung der Mitarbeiter zu investieren. Als weitere zentrale Hürden werden „fehlende Zeit“ (50 Prozent) genannt und sowie  – mit 45 Prozent – die Einsicht, dass im Unternehmen „die Erfahrung zur digitalen Umsetzung von Produkten und Prozessen fehlt.“ Diese Ergebnisse legen nahe, dass Unternehmen hierzulande noch immer die Herausforderungen der Digitalisierung mit den ‘alten’ Methoden und Vorgehensweisen anzugehen versuchen. Die ingenieursgeprägten Deutschen suchen so lange perfekte Lösungen für den Aufbruch in die Digitalisierung bis sie Gefahr laufen, den Anschluss verpasst zu haben.

Diese und viele weitere Ergebnisse – unter anderem wie stark die Wettbewerbsgefahr durch Google, Amazon & Co wahrgenommen wird, wie sich die Digitalisierung auf die Arbeitsplatzbilanz auswirkt oder von welchen Technologien in den kommenden drei Jahren der größte Einfluss auf das Geschäftsmodell erwartet wird – sind in der etventure Studie 2019 nachzulesen.

Zum ersten Mal haben wir außerdem „Stimmen aus der Wirtschaft“ integriert. Gisbert Rühl, CEO Klöckner & Co sowie Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung im Bundeskanzleramt, haben uns ein ausführliches Interview gegeben. Außerdem haben Hermann Bach (Covestro), Dirk Müller (Haniel), Markus Wernicke (abcfinlab) und Tristan Horx (Zukunftsinstitut) bei der Einordnung der Ergebnisse mitgewirkt, indem sie ihre Sicht und Einschätzung zu einzelnen Kernergebnissen teilen.

Außerdem haben wir unsere Studie dieses Jahr durch einige weitere Kernergebnisse aus dem EY Mittelstandsbarometer 2019 ergänzt.

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FAZ, Manager Magazin, Handelsblatt, Die WELT und viele mehr berichten

„Unternehmen halten sich für ausreichend digitalisiert“, titelte die Frankfurter Allgemeine Zeitung exklusiv vorab. Neben der FAZ haben bereits zahlreiche weitere Medien über die etventure-Studie berichtet: „Manager schieben digitalen Rückstand auf die Mitarbeiter“, überschrieb etwa das Manager Magazin seinen Bericht. Auch das Handelsblatt titelt in diese Richtung: „Digitalisierung: Unternehmen fehlt Vertrauen in eigene Mitarbeiter“ und zitiert neben etventure-Gründer und Geschäftsführer Philipp Depiereux auch Dorothee Bär mit: „Sie (die Unternehmen) müssen der Digitalisierung erste Priorität einräumen und sie top down implementieren.“ Je länger sie warteten, desto größer werde das digitale Defizit.

Weitere Berichte kommen unter anderem von Die WELT, Horizont, Internet World Business oder Focus Online.

#transformnow – Deutschland in Zukunft

Wie wird sich Deutschland im Hinblick auf die Digitale Transformation in Zukunft verändern? „Wir müssen den Wandel in Deutschland viel konsequenter angehen“, fordert Gisbert Rühl im Interview zur Studie. „Es wäre schön, wenn wir den Bedenkenträgermantel abwerfen“, so Dorothee Bär, und auf die Frage, wie Deutschland im Jahr 2030 aussieht, antwortet sie: „Bei den meisten Menschen wird die Lust auf Neues die Angst vor der Digitalisierung besiegt haben.“ Das Ziel sei es, die Transformation von einer erfolgreichen Industrienation zu einer erfolgreichen Digitalnation zu schaffen.

Für uns ist es wichtig, den Unternehmen ihre Bedenken zu nehmen, sie wachzurütteln und sie zu einem (noch) mutigeren Handeln zu motivieren. etventure-Gründer & Geschäftsführer Philipp Depiereux’s abschließende Bitte: „Mehr Mut und die Saturiertheit ablegen!“

Gerne würden wir auch Ihre Meinung unter dem Hashtag #transformnow zu den Ergebnissen hören und wissen, wie Sie diese bewerten. Wir freuen uns auf Ihre Stimme!

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Autor

Sabrina ist Praktikantin im Bereich PR bei etventure. Sie kommt aus Rosenheim und hat zuvor Dolmetschen und Übersetzen in München studiert. Neben ihrem Studium sammelte sie bereits als Werkstudentin erste Erfahrungen im Bereich der Unternehmenskommunikation.

Co-Autor

Christian van Alphen leitet die Kommunikation bei etventure. Darüber hinaus ist er Co-Initiator des ChangeRider: Ein Video- und Podcastformat mit der Mission, die positiven Geschichten rund um den digitalen Wandel zu erzählen und damit Mut für die Zukunft zu machen.

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