Von Digitalisierung und digitaler Transformation – Die wichtigsten Themen des Monats Juli im Überblick

29. Juli 2016

Schon wieder neigt sich der Monat dem Ende zu. Was brachte der Juli an Neuigkeiten rund um Digitalisierung und Gründerszene? Wir werfen einen Blick in die Kristallkugel und betrachten die Automobilbranche im Jahr 2025. Das Thema Digitalisierung und Arbeitsmarkt bleibt ein Dauerbrenner, Alphabet und Amazon können sich über glänzende Bilanzen freuen und eine Studie hat die Startups mit den stärksten Marken ermittelt.

Autobranche 2025: Software ist das neue Benzin (Focus Money)

„Die Automobilindustrie steht vor der bisher größten Herausforderung in ihrer jetzt 130-jährigen Geschichte: Digitalisierung und neue Akteure zwingen traditionelle Hersteller, ihr Geschäftsmodell tiefgreifend zu verändern“, schreibt Focus Money. Schon jetzt müssen sich die Autobauer gegen die neue digitale Konkurrenz wehren. Die Automobilindustrie steht vor einem Paradigmenwechsel: Nicht mehr das Auto, also das Produkt als solches steht im Mittelpunkt, sondern „ein positives, effizientes und ökologisches Mobilitätserlebnis.“ Der Spagat zwischen klassischer industrieller Massenproduktion und neuer digitaler Welt wird kaum gelingen. Das wahrscheinlichere Szenario ist, dass sich Autohersteller auf eine bestimmte Rolle festlegen. Während Anbieter von Connected-Life-Lösungen nur Services zur Koordination von Mobilität anbieten, ohne selbst Autos herzustellen, beschränken sich Vertriebsspezialisten wie aktuell Amazon auf den reinen Verkauf. Asset-light-Integratoren wie Apple und Google lagern die Fertigung aus und „konzentrieren sich auf die Entwicklung von Schlüssel-Komponenten“, beispielsweise für autonomes Fahren. Klassische integrierte Autohersteller werden zukünftig zwar das Fahrzeug als Basis liefern, aber Kooperationen mit Digitalspezialisten eingehen müssen.

Trotzdem dürfen die klassischen Autokonzerne den Digital-Playern das Feld nicht einfach kampflos überlassen. Wie die etablierten Autobauer die Digitalisierung angehen sollten, zeigte Philipp Depiereux jüngst in seiner BILANZ-Kolumne „Der digitale Entrepreneur“ auf.

Warum wir schon bald völlig anders arbeiten (Die Welt)

Kaum eine Woche vergeht, in der nicht eine neue Studie die Auswirkungen der Digitalisierung auf Jobs und Arbeitsmarkt beleuchtet. Während die einen ein düsteres Szenario malen, kommen andere zu dem Schluss, dass die Digitale Transformation vielmehr zu einem Plus an Arbeitsplätzen führt. Eines ist jedoch klar: Die Digitalisierung wird die Art, wie wir arbeiten, grundlegend verändern. Das Institut Economix hat im Auftrag des Ministeriums für Arbeit und Soziales eine Prognose erstellt. Demzufolge werden vor allem in der öffentlichen Verwaltung, im Maschinenbau, im Gastgewerbe und in der Metallerzeugung Stellen wegfallen. Dagegen entstehen insbesondere in Gesundheitswesen und Pflege, auch bedingt durch den demographischen Wandel, zusätzliche Arbeitsplätze. Auch Beratungsdienstleistungen, die den digitalen Wandel in Unternehmen begleiten, werden verstärkt benötigt. Dabei konstatieren die Forscher: „Es kommt zu einer noch stärkeren Verlagerung der Arbeitskräftenachfrage zugunsten der Hochschulabsolventen.“ Für Menschen mit geringer Bildung, wird die Jobsuche zunehmend schwieriger. Damit ist nicht nur das Bildungssystem gefordert. Auch der Sozialstaat müsse flexibler werden und die Menschen auffangen und fördern, die durch den digitalen Wandel ihre Stelle verlieren.

Alphabet und Amazon auf Allzeithoch (FAZ)

Die Mitarbeiter des Google-Mutterkonzerns Alphabet müssen sich vorerst aber wohl keine Sorgen um ihre Jobs machen. Nachdem bereits Facebook Mitte dieser Woche den erfolgreichen Kurs mit guten Zahlen bestätigte, legte nun auch Alphabet nach. Für das zweite Quartal verzeichnete Alphabet ein Umsatzplus von 21 Prozent auf insgesamt 21,5 Milliarden Dollar. „Der Aktienkurs legte nachbörslich zeitweise fast 5 Prozent zu und übersprang die Marke von 800 Dollar. Das ist ein Allzeithoch für die Alphabet-Aktie.“ Neben dem Zugpferd Google gehören auch zahlreiche weitere Produkte und Dienste zum Konzern Alphabet – unter anderem Nest, ein Hersteller für internetfähige Haushaltsprodukte, oder das Gesundheitsunternehmen Calico. Im Vergleich zur „Cash Cow“ Google machten diese jedoch Verluste.

Auch Amazon kann sich derzeit nicht beschweren. Der Online-Händler steigerte seinen Umsatz im zweiten Quartal um 31 Prozent auf rund 30 Milliarden Dollar. Vor allem der Zuwachs in der Cloud Computing-Sparte „Amazon Web Services“ macht sich hier bemerkbar. Das Ergebnis: Ein Rekordgewinn von 857 Millionen Dollar.

Mymuesli, Pokémon-Entwickler Niantic und Deliveroo gehören zu den stärksten Marken (Horizont)

Von solchen Umsatz- und Gewinnzahlen können Startups nur träumen. Ein wichtiger Schritt zum Erfolg ist aber auch die Bekanntheit. Die Markenberatung Interbrand hat nun erstmals in einer Studie die weltweit markenstärksten Startups ermittelt. Mit Mymuesli schaffte es auch ein deutsches Startup unter die Top 60 und landete in der Kategorie „Growing together: Building businesses around people“ auf Rang 4. Weitere bekannte Namen im Ranking sind der Essens-Lieferdienst Deliveroo aus Großbritannien oder Niantic, der Entwickler der App Pokémon Go, die einen echten Hype ausgelöst hat. In der Rangliste der Innovation Incubators landete der IBM-Inkubator Watson auf dem ersten Platz.

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