Von Digitalisierung und digitaler Transformation – Die wichtigsten Themen der Woche (KW 37) im Überblick

15. September 2015

In unserer Rubrik „Von Digitalisierung und digitaler Transformation“ geben wir alle zwei Wochen einen Überblick über die Top-Themen der Medien zu den Bereichen Digitalwirtschaft und digitale Transformation. Diese Woche ist uns die Titelstory des Handelsblatt zur digitalen Revolution „Die falschen Propheten – Die Dunkle Seite des Silicon Valley“, vom 4. September eine ausführlichere Betrachtung wert.

Die Autoren der Handelsblatt-Titelstory haben kaum eine Möglichkeit ausgelassen, die Schattenseiten der digitalen Revolution herauszustellen, die nicht allein unsere Wirtschaft, viel mehr die gesamte Weltwirtschaft und Gesellschaft „radikal verändert“. Gründerszene-Chefredakteur Frank Schmiechen veranlasste der Artikel zu einem etwas ironischen Kommentar „Willkommen in der Hölle der Digitalisierung“. Er stellte fest: „Sogar antikapitalistische Töne sind in der ansonsten schnurgerade marktwirtschaftlich ausgerichteten Zeitung zu vernehmen“. Dem Handelsblatt sei es damit gelungen, unbewusst ein genaues Portrait der deutschen Digitalphobie zu zeichnen. Wer die Handelsblatt-Ausgabe verpasst hat, dem liefert Gründerszene eine gelungene Zusammenfassung des zehnseitigen Berichts.

Der Kunde entscheidet durch sein Nutzungs- und Kaufverhalten

Wir wollen uns daher mehr darauf konzentrieren, „warum uns Digitalisierung vor der Hölle bewahrt“. Selbstverständlich sind die Entwicklungen immer wieder kritisch zu hinterfragen, aber worum geht es: Statt gewisse Trends und Vorgehensweisen aus Übersee zu verdammen, sollten wir stärker für ein mündiges, digitales Unternehmertum hierzulande eintreten. Das Handelsblatt wirft den großen Datenkonzernen wie Google, Facebook oder Amazon Monopolisierung vor. Auf der anderen Seite entwickeln diese Firmen offensichtlich Produkte und Dienstleistungen, die dem Kunden gefallen – sonst wären sie nicht so erfolgreich.

Unternehmerische Verantwortung statt mehr Regulation

Statt mehr Regulation zu fordern, sollten Unternehmen jetzt die Verantwortung übernehmen, die Digitalwirtschaft hierzulande aktiv mitzugestalten und der Schnelligkeit und dem Innovationsgeist der Internetfirmen etwas entgegensetzen. Die Digital-Konzerne nutzen ihre Ressourcen äußerst effizient, investieren in die Analyse und Auswertung der Daten, die sie generieren, um dem eigentlichen Kapitalgeber, dem Kunden, die bestmögliche Dienstleistung und immer neue Services zu bieten. Sie entwickeln ihre Dienste und Geschäftsmodelle, immer möglichst nah am Kunden, stetig weiter.

Digitalisierung ist nicht der Vorort zur Hölle. Die Fakten sind zudem längst geschaffen: Unser Leben hat sich bereits in vielen Bereichen digitalisiert, und immer mehr Menschen nutzen vernetzte Systeme, weil sie ihnen mehr Komfort, mehr Lebensqualität, bessere Gesundheit, Kommunikation oder Gemeinschaft ermöglichen.

„Wenn wir Zweckbindung und das Opt-in-Prinzip weiterhin zur Prämisse unserer Datengesetzgebung machen, dann werden wir auf viele Smart-Data-Anwendungen made in Europe verzichten müssen. Digitale Geschäftsmodelle wird es trotzdem geben – aber in den USA oder in Asien. Unsere Daten liegen dann eben auf Servern in Peking und Boston“ – schrieb im übrigen CDU-Politikerin Nadine Schöne eine Woche zuvor ebenfalls im Handelsblatt.

etventure Gründer und Geschäftsführer Philipp Depiereux sieht daher nun klar die hiesigen Unternehmen gefordert: „Wer jetzt nicht digitalisiert, überlasst die Wertschöpfung anderen.“

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