People of etventure – Über Nutzerzentrierung, Gemüseanbau und einen Schwedentrip der anderen Art

25. Oktober 2017

Unsere Reihe People of etventure geht in die nächste Runde! Dieses Mal haben wir uns mit User Experience Designerin Vanessa Wälzer unterhalten.

Vanessa Wälzer, Designerin bei etventure

Was machst Du bei etventure?

Ich bin bei etventure User Experience Designerin, das ist quasi so etwas wie ein Anwalt der Nutzer (digitaler) Produkte oder Services. So habe ich beispielsweise zwei Apps mitentwickelt – eine im Bereich der Physiotherapie (Therap.io), eine für schwangere Frauen (Keleya) –, und dabei jeweils versucht, die Probleme der User zu erkennen und passende Lösungen zu ermitteln. Dazu dienten gezielte Beobachtungen und Interviews, aber auch das Einfühlen in den Nutzer bzw. die Nutzerin. Zusätzlich konzipiere ich Flows, teste Wireframes und bin maßgeblich für das Branding von Produkten verantwortlich.

Was magst Du am meisten an Deiner Arbeit bei etventure?

Die Arbeitsatmosphäre ist toll, und damit meine ich nicht nur die Büroräume, die mir auch sehr gefallen. Ich mag meine Kollegen. Mit denen kann ich reden und lachen – und noch nach der Arbeit zum Essen gehen. Diese freundschaftliche Ebene zwischen Kollegen ist selten.

Wie war Dein erster Arbeitstag bei etventure?

Sehr angenehm! Ich fand Blumen und Schokolade auf meinem Tisch vor – und rundherum ein herzliches Team.

Was macht für Dich etventure aus?

Das, was ich an etventure besonders mag, ist genau das, was etventure auch ausmacht: Die angenehme, offene Atmosphäre und die einzigartigen Kollegen.

Was machst Du einen Tag lang ohne etventure?

Wenn ich mal nicht im Büro bin, fotografiere ich hauptsächlich Still Life Arrangements oder baue im Garten mein eigenes Gemüse an. Ich plane außerdem einen Hühnerstall, und hätte gerne demnächst ein Schaf. Mir ist es wichtig, selbstständig zu sein und mich auch selbstständig versorgen zu können. Das liegt vor allem daran, dass ich beruflich fast in der Lebensmittelchemie gelandet wäre und daher sehr genau weiß, was in der Industrie so alles passiert. Mein Anspruch ist seitdem, einen so kleinen ökologischen Fußabdruck wie möglich zu hinterlassen. Am besten gar keinen.

Mit welcher Art von Menschen arbeitest Du gerne zusammen?

Mit liebenswerten und motivierten Menschen. Ich mag es, wenn ein Team interdisziplinär strukturiert ist, d.h., wenn jeder über ein eigenes Wissensgebiet verfügt und die anderen bei der Arbeit mit dieser Expertise unterstützen kann. Es ist außerdem echt toll, wenn du mit den Menschen, mit denen du zusammenarbeitest, auch mal was trinken gehen kannst – und wenn ihr dann nicht nur über die Arbeit reden müsst.

Was glaubst Du, schätzen Deine Kollegen an Dir besonders?

Uff, das musste ich gerade erstmal fragen… Die Antwort war: „Du nimmst dir Zeit und denkst dich in Prozesse rein und lieferst immer konstruktives Feedback ab. Das ist sehr professionell und toll.“ Das geht runter wie Öl. Ich glaube außerdem, meine Kollegen finden auch das Essen toll, das ich manchmal mitbringe. So habe ich letztens meinen selbst angepflanzten Grünkohl zu Chips verarbeitet und mit ins Büro gebracht. Das kam ziemlich gut an. Abgesehen davon bin ich ein strukturierter Planungsmensch, und die werden einfach immer gebraucht.

Woher weißt Du, dass Du einen guten Job gemacht hast?

Normalerweise würde ich sagen, wenn ich zufrieden bin. Aber mir wurde stets eingetrichtert, dass Zufriedenheit nur Stillstand bedeutet. Also kenne ich diesen Zustand nicht. Für den Augenblick bin ich vielleicht erleichtert. Aber nicht zufrieden. Es gibt immer etwas zu optimieren, etwas, das man besser machen könnte. Natürlich ist es toll, wenn die Nutzer glücklich sind, aber man sollte Prozesse weiter begleiten, schauen, wie sie sich entwickeln. Naja. Ich musste tatsächlich lernen, irgendwann ein Projekt loszulassen, mit einer Sache aufzuhören. Die kleinen Mängel, die nur noch ich sehe, zu akzeptieren. Man entwickelt sich ja ständig weiter, ändert die Perspektive auf ein Projekt oder die eigenen Ideen.

Wenn Du auf dem Cover eines Magazins erscheinen könntest – welches Magazin würdest Du Dir aussuchen und warum?

Ich würde mir die brand eins aussuchen, da ich die gerne lese, sie strategische Themen behandelt und dazu noch gut designt ist. Vermutlich würde die Redaktion auch nicht einfach ein Foto fürs Cover zulassen, sondern mich in irgendeiner cleveren Illustration darstellen – das wäre spannend!

Was ist das Verrückteste, das Du je gemacht hast?

Ich bin mal mit einer Freundin nach Schweden, oder genauer gesagt: nach Tysta gereist. Das klingt jetzt noch nicht so verrückt, aber diese Reise war wie ein Horrortrip. Erstmal hat die Fahrt raus aufs Land ewig gedauert – Tysta ist vier Stunden von Stockholm entfernt –, und als wir im Dunkeln am vermeintlichen Ziel angekommen waren, gab’s keine Spur von unserem AirB’n’B. Nichts außer Felder. Noch nicht mal Handyempfang gab’s da. In der stockdustren Nacht sind wir dann mit unserem riesigen Koffer durch die Pampa, bis wir auf drei vereinzelte Häuser gestoßen sind. Hier kannte niemand Veronika, unsere Gastgeberin, geschweige denn ihr Häuschen. Als es dann anfing zu regnen, haben wir uns in in einen nahestehenden Pferdestall gerettet, wo wir unser Nachtlager aufschlagen wollten – bis irgendwann ein Mädchen in den Stall geplatzt kam, das sich um ihr Pferd kümmern wollte. Nach der ersten Überraschung stellte sich heraus, dass das Mädchen nicht nur ein Pferd im Wert von 80.000 Euro besaß und damit offiziell bei Springreit-Weltmeisterschaften teilnahm; es wusste auch ganz genau, wo Veronika wohnte. Das Mädchen nannte unsere Landlady nur nicht “Veronika”, sondern bloß die “Hexe”.

Na, lange Rede kurzer Sinn: Wir verbrachten zwei Wochen in einem Gartenhaus mitten im Wald, ernährten uns von Fallobst, brachen nachts ins Haupthaus ein und schlichen uns da durch Räume voller Keramikpenisse und Katzenschädel, um Knäckebrot zu klauen. Und Veronika? War wirklich ziemlich seltsam; sie fluchte ständig auf Männer und fischte aus ihrer Kühltruhe immer wieder aufs Neue recht blutige Fleischstücke unbekannter Herkunft. So hab‘ ich Schweden kennengelernt.

Was würdest Du mit 1 Million Euro machen?

Was richtig Spektakuläres: Ich würde damit eine Bodenreinigung bei einem geerbten Grundstück durchführen. Bei dem Grundstück handelt es sich um eine alte DDR-Tankstelle – und Bodenreinigungen sind sauteuer. Dazu dann vielleicht eine passende Hütte drauf und optional ein Grundstück dazu, falls es zu knapp wird für den eigenen Garten. Außerdem würde ich die GemüseAckerdemie finanziell unterstützen. Die hat es sich zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein für die Bedeutung der Natur und die Wertschätzung von Lebensmitteln in der Gesellschaft zu stärken. Dabei arbeiten sie vor allem mit Kindergartenkindern und Schülern. Und wenn dann am Ende noch was übrig bleibt, spar ich das Geld – falls mal die Waschmaschine kaputt geht.

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