„People of etventure“ – Über Content Marketing, Schokobons und Travestie für Deutschland

04. Oktober 2017

In den kommenden Wochen wollen wir mit unserer Serie „People of etventure“ einen Blick hinter die Kulissen werfen. Wer sind die Menschen bei etventure? Was treibt sie an und was bringt sie auf die Palme? Was machen sie, wenn sie nicht gerade für und bei etventure digitale Ideen entwickeln? Im ersten Interview steht Alexander Popowitsch, Content Marketing Manager, Rede und Antwort.

 

Was machst Du bei etventure?

Ich bin Content Marketeer bei etventure. Das heißt? Ich entwickle inhaltsorientierte Konzepte, die im Idealfall reichlich Likes und Shares generieren, die Awareness und Trust für die jeweiligen Projekte schaffen und die erheblich zum Branding beitragen können. Das macht mich quasi zum Märchenonkel der Firma, der immer dann einen Cliffhanger einbaut, wenn die Kinder gerade —

Was magst Du am meisten an Deiner Arbeit bei etventure?

Ich denke, es sind vor allem die vielen, kleinen Rippenstöße, die mich aus meiner Comfort Zone treiben – und immer ins kalte Wasser. Ich habe dabei in sehr kurzer Zeit unglaublich viel gelernt. Das interdisziplinäre Arbeiten gefällt mir ebenfalls sehr, der Austausch und die Kritikfähigkeit meiner Kolleg*Innen, die geteilten Ambitionen und die damit verbundene Arbeitsatmosphäre. Mir gefallen die Offenheit und geistige Flexibilität, die Kreativität. Das ist für mich alles in allem schon eine gute Kombination.

Wie war Dein erster Arbeitstag bei etventure?

Ich kann mich ehrlich gesagt nicht mehr erinnern – was mir blieb sind kiloweise Süßigkeiten und ein nicht enden-wollender Klickmarathon auf Wrike (unser Projektmanagement-Tool).

Was macht für Dich etventure aus?

Dass ich morgens mit einem einzelnen Vorhaben in den Tag starten und am Abend mit vierzig erledigten Vorhaben das Büro verlassen kann. Sehr, sehr viel Kaffee. Meeting-Timer, die immer dann zu fiepen anfangen, wenn man mitten im zweiten, wirklich wichtigen Nebensatz steckt. Dass es nicht grabesstill im Raum wird, sobald wer um eine ehrliche Meinung gebeten und die dann auch wirklich gesagt wird. Dass alle gerne ihre Geburtstagsschokobons miteinander teilen, aber jede_r* vergisst, die Pflanzen auf dem eigenen Tisch zu gießen (und dass es trotzdem immer eine gute Seele gibt, die sich darum kümmert).

Was machst Du einen Tag lang ohne etventure?

Dann arbeite ich in einem Buchladen in Berlin Mitte, betreue politische Kunstprojekte, lese, suchte Serien und Filme, tanze. Manchmal sinniere ich auch über das Leben – und scrolle mich dabei stundenlang durch Instagram.

Mit welcher Art von Menschen arbeitest Du gerne zusammen?

Menschen, die ehrlich und direkt sind, die klipp und klar sagen, was Sache ist. Menschen mit Humor, die nach 5 Stunden Dauerbelastung ihre 10 Minuten Wahnsinn zelebrieren; die sich nicht allzu ernst nehmen; Menschen, die zum Austausch bereit sind, die gerne etwas lernen wollen.

Was glaubst Du, schätzen Deine Kollegen an Dir besonders?

Meine Schlagfertigkeit, Ehrlichkeit, Motivation? Keine Ahnung. Ehrlich gesagt, kann ich das ziemlich schlecht beurteilen. Man selbst sieht sich ja selten von außen – und wenn, dann nur gefiltert und für wenige Augenblicke. Ich denke, dass viele meiner Kolleg*Innen ziemlich froh über meine Präzision und Schnelligkeit sind, denn ich bin in der Regel ziemlich zielgerichtet und lasse mich selten von etwas ablenken, was mich zwar manchmal aufgrund von Kopfhörern und lauter Utzutzutz-Musik nicht zum gesprächigsten Menschen der Welt macht, aber dafür zu einem fleißigen Bienchen.

Woher weißt Du, dass Du einen guten Job gemacht hast?

Vereinfacht gesagt: Wenn die Ergebnisse stimmen. Jeder erreichte KPI, jeder Kurvenanstieg, jede Validierung sagt mir, dass ich etwas richtig gemacht hab.

Wenn Du auf dem Cover eines Magazins erscheinen könntest – welches Magazin würdest Du Dir aussuchen und warum?

Gute Frage. Auf jeden Fall nicht als Grippemodel für die Apotheken Rundschau. Auch nicht auf dem Time Magazine, denn danach kann es nur ziemlich steil nach unten gehen. Im Rahmen der Bescheidenheit (und Erfahrungen) würde ich vermutlich bei einem traditionellen Magazin bleiben – dem Spiegel. Dann gerne auch als Karikatur.

Was ist das Verrückteste, das Du je gemacht hast?

Das Verrückteste, was ich bisher in meinem Leben gemacht habe, ist erst einige Monate her – da habe ich gemeinsam mit drei Freunden eine satirische Fake-Partei, die Travestie für Deutschland, gegründet, die sich mit verschiedenen Kunstaktionen gegen den Rechtspopulismus engagiert. Dabei vertritt unsere „Partei“ demokratische Werte, reagiert mit Ironie und Fakten auf rechte Hetze und unterstützt neben queeren Vereinen und Initiativen der LBGTIQ*-Community auch Flüchtlingsprojekte und feministische Aktivist*Innen. Die TfD hatte 2016 zuerst die Berliner Senatswahl zum Ziel, wuchs dann aber nach unzähligen Diskussionen, nach Brexit und Trump, zu einem kolossalen Sidekick-Projekt für die Bundestagswahl 2017 heran. Innerhalb von 24 Stunden nach Veröffentlichung der ersten Poster-Kampagne ging die TfD viral und schaffte es in wenigen Tagen in die New York Times und die BBC. Verrückt ist die Sache für mich vor allem deswegen, da wir mittlerweile über 10.000 Fans auf Facebook haben (und weiter wachsen). Ich erhalte jeden Tag hunderte Mails und Kommentare, in denen Menschen schreiben, sie würden sich uns als echte Partei wünschen, sie hätten uns gewählt oder würden uns in Zukunft wählen. Für mich – unvorstellbar durchgeknallt. Aber im positivsten Sinne.

Was würdest Du mit 1 Million Euro machen?

Das Geld würde definitiv in ein karitatives Projekt fließen – wie die UNO Flüchtlingshilfe, deutsche Integrationsprogramme oder Sprachschulen. Mit 1 Million Euro ließe sich die TfD auch endlich in eine interdisziplinäre Initiative verwandeln, die sich stärker politisch engagieren kann. Darunter liefen dann Förderprogramme für Jugendliche, Aufklärungsmaßnahmen gegen Trans*- und Homophobie sowie die Schaffung eines Forums für Austausch und Bildung. Wenn dann am Ende noch 10 Euro übrig bleiben, hätte ich gerne einmal das vegane Tagesmenü B bei Fam.Dang (mit Vorspeise) 😉

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