Superhelden gesucht – etventure im Manager Magazin

05. September 2016

Produktvorstände sind die neuen Stars in Unternehmen – Die aktuelle Ausgabe des Manager Magazin erklärt im Artikel „Superhelden gesucht“ die Unverzichtbarkeit der Funktion eines Produktechefs, dem sogenannten Chief Product Officer (CPO). Auch etventure-Geschäftsführer und Gründer Philipp Depiereux wird in dem Beitrag zitiert und erklärt hierbei anhand eigener Erfahrungen und Erlebnisse, warum ein CPO wichtig ist, und warum der Anspruch an dessen Funktion oftmals mit bestehenden Denkweisen und Prozessen kollidiert.

Kundenorientierung ist längst nicht selbstverständlich

„Dein Wunsch ist mir Befehl“ – Dieser Satz entpuppt sich im digitalen Zeitalter zur Erfolgsformel eines jeden Unternehmens. Jedoch nicht jedes Unternehmen, und insbesondere nicht die Old Economy, realisiert, was hinter dieser Aussage tatsächlich steckt. Stattdessen wird die kundenorientierte Produktentwicklung häufig mit den Worten „Bei uns steht der Kunde von jeher im Mittelpunkt“ als allgemein bekannte Tatsache abgetan, und dabei längst nicht umgesetzt. Digitale Player und Startups haben hier die Nase vorn: „Ob Uber, Ebay, Netflix oder Salesforce – alle streben sie nach dem ultimativen Kundenerlebnis, dem noch besseren, dem perfekten Produkt. Und alle haben sie dafür einen CPO installiert“, schreibt Manager Magazin-Redakteurin Eva Müller.

Der „Gottvater“ aller CPO`s

Als Vorreiter, ja sogar „Gottvater“ dieser jungen Profession – wie ihn das Manager Magazin bezeichnet – gilt der frühere Apple-CEO Steve Jobs. Er begeisterte nicht nur die Kunden, indem er nutzerbezogene Probleme löste. Er schuf Bedürfnisse, über die der Kunde sich selbst noch gar nicht bewusst war, erreichte ein optimales Nutzererlebnis und machte Kunden zu „Jüngern“. Mittlerweile versuchen viele, es ihm nachzutun. „Kein Unternehmen kann es sich heute leisten, am Markt vorbei zu konzipieren. Zu rasant sind die Innovationszyklen, zu unbarmherzig die Käufer. Insbesondere im digitalen Geschäft kommt dem CPO eine existenzielle Bedeutung zu. Im Netz sind Produkte unmittelbar verfügbar, die direkte Konkurrenz ist stets nur einen Mausklick entfernt. Da entscheiden oft Nuancen über Kauf oder Nichtkauf. Wer da nicht auf der Höhe der Zeit ist, ist schnell raus aus dem Business.“

Was digitale Player schon lange verinnerlicht haben, wird jedoch von alteingesessenen Unternehmen als Binsenweisheit abgetan. Dort sind noch immer die Produktmanager und Entwickler für das Produkt zuständig, kaum ein Vorstand beschäftigt sich detailliert mit dem Produkt. „So gelingt es jungen Angreifern in immer mehr Branchen, Kunden mit klugen Lösungen für ihre drängendsten Probleme zu begeistern – und von den Traditionsadressen wegzulocken.“ Statt vom Kunden aus zu denken, entwickeln die etablierten Unternehmen immer noch perfekte, hochkomplexe Produkte, für die erst im zweiten Schritt ein Markt gesucht wird. Findet sich kein Abnehmer, sind Kosten mitunter jahrelanger Entwicklung verloren. Auch etventure-Gründer und Geschäftsführer Philipp Depiereux scheiterte selbst einmal „mit einem technischen Wunderwerk, das niemand kaufen wollte. Heute hilft er mit etventure etablierten Herstellern, digital zu denken“, so Eva Müller.

Die Lösung: Design Thinking

Eine Lösung hierfür ist der im Silicon Valley entstandene Design-Thinking-Ansatz. Er folgt einer einfachen Prämisse: Umgesetzt wird ausschließlich das, was für den Kunden einen Nutzen schafft. Das klingt zunächst einfach, kollidiert aber häufig mit bestehenden Denkweisen und Prozessen im Unternehmen. Denn „Design Thinking erfordert interdisziplinäres Arbeiten jenseits von Ressortegoismen“. Das Produkt wird nicht perfekt entwickelt, sondern mit dem Kunden gemeinsam kontinuierlich verbessert. „Dieser iterative „On the go“-Prozess widerstrebe dem Perfektionismus der deutschen Ingenieure zutiefst, erlebt Philipp Depiereux immer wieder.“ Er stellt fest: Die herkömmlichen Strukturen und Incentives passen nicht in die neue Welt.“

Statt Scheuklappen zu tragen und in der alten Denkweise zu verharren, sollten Unternehmen spätestens jetzt die Augen öffnen, sich die neuesten Innovationsmethoden zunutze machen und den Kunden in den Mittelpunkt sämtlicher Produktentwicklung stellen. Wem dies gelingt, kann sich zum Alleskönner entwickeln, eben ein wahrer Superheld werden!

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