Digitalisierung ist Chefsache – zum Erfolgsfaktor Mensch bei der Digitalen Transformation

10. Februar 2016

Im zweiten Beitrag unserer Reihe „Digitale Transformation in Unternehmen – Der Navigationskompass für die Reise in die digitale Welt“ erklärt Philipp Depiereux, Gründer und Geschäftsführer von etventure, welche neuen Rollen und Kompetenzen für die Digitalisierung benötigt werden und warum die Geschäftsführung dabei so wichtig ist.

Die Digitalisierung führt nicht nur zu grundlegenden Veränderungen ganzer Branchen und Geschäftsmodelle. Auch die Formen von Arbeit und Führung müssen angepasst werden. Denn neue Technologien und Innovationen erfordern neue Rollenprofile und Kompetenzen in der Mitarbeiterstruktur von Unternehmen.

Neue Berufsbilder und Qualifikationen sind gefragt

Studien zufolge fehlen den deutschen Unternehmen schon heute mehr als 40.000 IT- und Digital-Fachkräfte. Ein Mangel, der sich mit der fortschreitenden Digitalisierung sämtlicher Branchen weiter verstärken wird. Während Unternehmen händeringend nach Mitarbeitern mit Digitalkompetenz suchen, werden andere Berufe zum Auslaufmodell. In einigen Jahren wird es viele Berufe, wie wir sie heute kennen, so nicht mehr geben. Deshalb müssen einerseits Mitarbeiter durch Weiterbildung fit für die digitale Zukunft gemacht werden. Andererseits sollten Schüler und Studenten schon während ihrer Ausbildung auf die veränderten Bedingungen einer digitalisierten Arbeitswelt vorbereitet werden.

Entsprechend müssen sich Unternehmen auch darauf einstellen, dass sich die Anforderungen an die Führung zukünftig verändern werden. Digital Leadership wird zum strategischen Erfolgsfaktor. Im Rahmen von Change- und Kulturveränderungsprozessen muss ein Umfeld geschaffen werden, das die Vorteile innovativer Startup-Denk- und Arbeitsweisen mit denen traditioneller Unternehmenskulturen nachhaltig verbindet. Gefragt sind Mitarbeiter, die querdenken, agile Arbeitsprozesse annehmen und Ideen mit digitalem Know-how schnell vorantreiben können. Der Digital Entrepreneur als Führungskraft sollte Startup-DNA und Erfahrungen aus Konzern- und Unternehmerwelt auf sich vereinen. Neben der Kompetenz zur Führung digitaler Teams gehört auch Entscheidungswille ohne Angst vor Fehlern zu seinen wesentlichen Eigenschaften. Ein Profil, das bisher am Markt kaum zu finden ist.

etventure hat dieses Problem erkannt und verbindet durch seine Kooperation mit der Management- und Personalberatung Kienbaum Kompetenzen in den Bereichen Digitale Transformation und HR-Management. Dadurch sollen Unternehmen bei der erfolgreichen Umsetzung ihrer Digitalstrategien unterstützt werden, indem Mitarbeiter und vor allem Führungskräfte mit den notwendigen digitalen und unternehmerischen Fähigkeiten gefunden bzw. ausgestattet werden.

Der entscheidende Erfolgsfaktor: Digitalisierung ist Chefsache

Ein weiteres Problem: Viele Unternehmen wähnen sich im Bereich Digitalisierung bereits als fortgeschritten, wenn SAP oder andere Systeme in einzelnen Geschäftsbereichen eingesetzt werden. Digitale Geschäftsmodelle und Industrie 4.0-Modelle betreffen dagegen das gesamte Unternehmen und drohen zu scheitern, wenn sich nur einzelne Abteilungen um die digitale Transformation kümmern.

Umso wichtiger ist es, die Kompetenz hierfür direkt auf Geschäftsführer- oder Vorstandsebene anzusiedeln. Die Digitalisierung muss Chefsache sein. Auf diese Weise können eine einheitliche Strategie vorgelebt, Ängste genommen und der Changeprozess in der Organisation angestoßen werden. Ist der CEO bzw. der Vorstand nicht Treiber des Prozesses, wird die digitale Transformation nicht gelingen. Zudem geht die Digitalisierung auch mit einem enormen Investitionsbedarf einher. Der Einzige im Unternehmen, der Entscheidungen von dieser Tragweite fällen und die Anwendung neuer Methoden durchsetzen kann, ist der Vorstandsvorsitzende oder Geschäftsführer.

Der CDO als wichtigster Change-Manager

Dennoch braucht es auch Verantwortliche, die die tatsächliche Umsetzung der Digitalisierungsstrategie im Unternehmen vorantreiben. Die Komplexität des Themas macht die Ernennung eines Chief Digital Officer (CDO) sinnvoll. Idealerweise ist dieser selbst Teil von Vorstand oder Geschäftsführung, muss aber zumindest deren volle Rückendeckung und weitgehende Handlungsfreiheit haben. Wichtig für einen CDO sind vor allem Schnelligkeit und eine gewisse Risikobereitschaft: Nach dem Trial-and-Error-Prinzip muss er Dinge direkt am Markt ausprobieren, Erfahrungen sammeln und Ideen gegebenenfalls auch wieder verwerfen. Losgelöst von bestehenden Unternehmensstrukturen etabliert der CDO neue Arbeitsweisen und Kompetenzen im Unternehmen. Erfolgreiche Digitalisierungsprojekte werden dann als eigenständige Startups oder Unternehmen weitergeführt oder aber in die bestehende Organisation integriert. Somit sorgt der CDO für einen aktiven Transformationsprozess und wird zum wichtigsten Manager des digitalen Changes.

Den gesamten Navigationskompass gibt es hier zum kostenlosen Download.

 

Über den Autor:

Philipp Depiereux ist Gründer und Geschäftsführer von etventure. Als Experte für mittelständische und große Unternehmen berät er diese bei der Digitalisierung. Darüber hinaus baut er Startups unter dem Dach von etventure auf. Vor der Gründung von etventure restrukturierte er als CEO erfolgreich ein mittelständisches Unternehmen und war in der Unternehmensberatung tätig.

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