Die nächsten drei Jahre sind entscheidender für den Unternehmenserfolg als die letzten 50 Jahre – Geschwindigkeit wird zum erfolgskritischen Faktor

30. Juni 2016

Die nächsten drei Jahre werden für Unternehmen bedeutend wichtiger und entscheidender sein als die vergangenen 50 Jahre – zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung unter 1.500 CEOs. Dies zeigt eindrucksvoll welche Bedeutung die Unternehemenslenker weltweit mittlerweile der Digitalisierung und dem damit zusammenhängenden technologischen Fortschritt beimessen. Die vierte industrielle Revolution wird die Wirtschaft maßgeblich verändern, so die mehrheitliche Meinung. Die Digitale Transformation ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern eine Herausforderung, die im Jetzt und Hier schnellstmöglich angegangen werden muss. Die wenigsten sind sich allerdings über das „Wie“ im Klaren.

Was bewegt die Top-Manager? Welche Chancen und Herausforderungen sehen sie für die Zukunft ihrer Unternehmen und Branchen? Hierzu hat die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG rund 1.500 CEOs befragt. Die Ergebnisse der Studie wurden beim gerade zuende gegangenen World Economic Forum (26. – 28 Juni 2016) im chinesischen Tianjin vorgestellt – und liefert erstaunliche Zahlen, die zugleich einen sofortigen Ruck in sämtlichen Chefetagen auslösen sollte: 71 Prozent der CEOs sind der Meinung, dass die kommenden drei Jahre für die Zukunft ihres Unternehmens entscheidender sein werden als die vergangenen 50 Jahre. Weitere 41 Prozent sind überzeugt, dass ihren Unternehmen in der nächsten Zukunft eine tiefgreifende Neuausrichtung bevorsteht. Während die globale Konjunktur allgemein optimistisch betrachtet werden, sehen die CEOs vor allem in der Digitalisierung die größte Herausforderung. 

Geschwindigkeit wird zum erfolgskritischen Faktor

Industrie 4.0, Virtual Reality und künstliche Intelligenz verändern schon jetzt sämtliche Branchen und Geschäftsmodelle. Kaum ein Lebensbereich oder Wirtschaftszweig bleibt unberührt von digitaler Technologie. Trotzdem leisten sich noch immer viele Unternehmen eine eher abwartende Haltung, wie die Deutschlandstudie von etventure mit Unterstützung der GfK Nürnberg erst vor Kurzem zeigte. Die Digitalisierung ist hierzulande nur in sechs Prozent der befragten Unternehmen das Top-Thema und wird zudem durch das Festhalten an bestehenden Strukturen, durch fehlende Zeit und Erfahrung sowie mangelnde Entschlossenheit der Führungskräfte zusätzlich gehemmt. Das wird für viele Unternehmen zu einem Problem werden: Die Digitalisierung vollzieht sich nicht im gewohnten Schneckentempo bisheriger normaler industrieller Entwicklungen, sondern rasend schnell. Darüber sind sich die CEO auch im Rahme der Umfrage einig: Geschwindigkeit ist für die Digitale Transformation erfolgsentscheidend. „Ein Unternehmen, das auch morgen noch wirtschaftlich relevant sein will, ist jetzt gefordert Maßnahmen zu ergreifen, um den Kurs möglichst selbst zu bestimmen. Denn wer sich jetzt nicht mit der Digitalisierung seines Geschäftsmodells auseinandersetzt, überlässt das Feld der Konkurrenz – jungen Startups und den großen Tech-Konzernen aus dem Silicon Valley“, kommentiert Philipp Depiereux, Gründer & Geschäftsführer von etventure diese Zahlen.

Was heißt das also für die Unternehmenslenker? „Digitale Geschäftsmodelle müssen mit einem klaren Nutzerfokus schnell entwickelt, getestet und umgesetzt werden“, erklärt Philipp Depiereux weiter. „Diese Geschwindigkeit ist innerhalb der bestehenden Unternehmensstrukturen aber nicht möglich, auch das notwendige Mindset – agiles und innovatives Denken sowie eine Kultur des Scheiterns – fehlt häufig. Deshalb muss die Digitale Transformation in einer eigenen Digital Unit, losgelöst von den hemmenden Strukturen und Prozessen, vorangetrieben werden.“

Diese umwälzenden Entscheidungen können dabei nur vom CEO selbst getroffen werden. Auch wenn sich die Unternehmenslenker damit in Themenbereiche begeben, die auch für sie selbst Neuland sind. So gehen 69 Prozent der CEOs davon aus, dass sie sich in der nächsten Zeit mit Themen beschäftigen müssen, die für ihre Arbeit bislang keine Rolle spielten. 

Digitalisierung braucht die richtigen Mitarbeiter

Ein weiteres Kernergebnis der CEO-Umfrage zeigt auch: Viele Unternehmen haben nicht genügend qualifiziertes Personal, um die Digitalisierung anzugehen. Allein 50 Prozent der CEOs geben an, dass ihnen Know-how in Schlüsselfunktionen des Unternehmens fehlt – wissen aber gleichzeitig nicht, wie sie junge, talentierte Mitarbeiter anlocken und halten können. Dazu Philipp Depiereux: „Was für die Digitalisierung gebraucht wird, sind unternehmerisch denkende Mitarbeiter und Führungskräfte mit digitalem Know-how und Startup-Mentalität. Menschen, die schnell und lösungsorientiert arbeiten, Verantwortung übernehmen und dennoch teamfähig sind. Doch um solche Mitarbeiter für sich zu gewinnen und an sich zu binden, muss man diesen auch ein entsprechendes Umfeld und eine offene Unternehmenskultur bieten. Vor vielen Unternehmen liegt hier noch sehr viel Arbeit.“

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