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Alte Welt trifft neue Welt – Rückblick auf den SZ-Wirtschaftsgipfel

20. November 2017

Drei Tage lang kamen beim SZ-Wirtschaftsgipfel im Berliner Hotel Adlon Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammen. Drei Tage voll von spannenden Diskussionen und Vorträgen, inspirierenden Gesprächen mit alten und neuen Bekannten und zugleich ein Gradmesser für den Status quo in „Corporate (Digital) Germany“. Wir blicken zurück auf ein Event der Sonderklasse. Und stellen fest: In Sachen Digitalisierung geht da auf jeden Fall noch mehr.

Mittelstand digital?

Panel-DiskussionWie finden Mittelstand und Startups zusammen? Dazu diskutierte etventure Gründer und Geschäftsführer Philipp Depiereux am Freitag gemeinsam mit Maximilian Viessmann, Venture Capitalist Christian Miele und Jeannette zu Fürstenberg von La Famiglia Fonds. Ein wichtiges Thema, denn gerade Traditionsunternehmen tun sich schwer damit, ihr Geschäftsmodell, aber auch die Unternehmenskultur an die Digitalisierung anzupassen. Dabei, so SZ-Redakteurin Elisabeth Dostert in ihrem Nachbericht zur Panel-Diskussion, sprechen Mittelständler und Gründer ja dieselbe Sprache. „Eigentlich können sie viel voneinander lernen. Die einen sind erfahren, die anderen jung und schnell. Eigentlich!“

Ganz so einfach ist es dann leider doch nicht, stellte Philipp Depiereux klar: „Der Mittelstand ist innovativ, aber wenig disruptiv. Die Startups sind viel schneller und – im Gegensatz zu den Traditionsunternehmen – mehr am Nutzer orientiert als an der Technik.“ Und genau das erfordert die Digitalisierung, wie auch Maximilian Viessmann bestätigte. Es gehe nicht mehr darum, perfekte Produkte zu bauen, sondern Ideen, und insbesondere digitale Services, frühzeitig prototypisch und iterativ am Kunden zu testen. Stattdessen entwickeln Unternehmen noch immer hochkomplexe Produkte, ohne genau zu wissen, ob diese überhaupt ein Problem des Kunden lösen und sich anschließend monetarisieren lassen. Blindes Drauf-los-Entwickeln statt Nutzerzentrierung. Im Ergebnis stehen dann nicht-funktionale Produkte, hohe Entwicklungskosten und frustrierte Mitarbeiter. Dabei hemmen eben nicht fehlende Programmierer und IT-Experten in deutschen Unternehmen den digitalen Wandel, wie es Jeannette zu Fürstenberg anprangerte. Viele Unternehmen kommen erst gar nicht an den Punkt, an dem es Programmier-Fähigkeiten brauche, weil sie nicht wissen, wo sie bei der Digitalisierung anfangen sollten, so Depiereux.

„Wir brauchen einen positiven Change-Prozess“

Philipp Depiereux beim SZ-WirtschaftsgipfelTrotzdem kann die Zusammenarbeit zwischen Mittelstand und den „jungen Wilden“ gelingen, wenn man es richtig anpackt. Unternehmen und Startups sollten außerhalb der Kernorganisation im „geschützten Raum“ erste gemeinsame Projekte starten, erklärte Philipp Depiereux. Nur das, was sich im Kleinen bewährt hat, sollte anschließend zurück in die Stammorganisation transferiert werden. „Wenn wir es schaffen, auf diese Weise die bestehenden Assets der Traditionsunternehmen mit der neuen Denke und Methodik der Startups zu verbinden, dann sind wir im deutschen Mittelstand unschlagbar.“

Einig waren sich die Panelisten darin, dass das A und O einer erfolgreichen digitalen Transformation in einer transparenten Kommunikation und der Befähigung der Mitarbeiter liegt. Denn: Nur wenn die Belegschaft überhaupt versteht, was die Digitalisierung für sie bedeutet und welche Vorteile sie auch für den Einzelnen bringt, können bestehende Ängste und das „Bewahrertum“ der Kernorganisation abgebaut werden, so Depiereux. „Wir brauchen einen positiven Change-Prozess und Enabling der Mitarbeiter.“

Die gesamte Panel-Diskussion sehen Sie hier im Video:

Alles digital, aber wenig revolutionär

Insgesamt war das Thema Digitalisierung beim diesjährigen SZ-Wirtschaftsgipfel allgegenwärtig. Um das festzustellen, genügte ein kurzer Blick ins Programm. Die Chefs von BMW und Daimler – letzterer per Live-Schalte aus Tel Aviv – erklärten den Zuschauern, wie die deutschen Autobauer den Wandel hin zu Elektromobilität und autonomem Fahren bewältigen wollen. Den Themen Cybersecurity, Künstliche Intelligenz, Fabrik der Zukunft und Smart City wurden eigene Panel-Diskussionen gewidmet. Und auch die Frage nach Empathie und richtigem Führen im digitalen Zeitalter wurde u.a. von Klöckner-CEO Gisbert Rühl und Frank Appel von der Deutschen Post diskutiert. Die Startup-Szene war beim Wirtschaftsgipfel vor allem durch den SZ Gründer-Wettbewerb „Gipfelstürmer“ repräsentiert, bei dem in diesem Jahr das Hamburger Startup Cargonexx mit seinem „Uber für den LKW-Transport“ den ersten Platz einheimste. Mit Alexander Zosel von Volocopter und Frey Oehle, Gründerin von Spottster, waren zwei weitere deutsche Größen der Startup-Szene vertreten.

Impression vom SZ-WirtschaftsgipfelDigitalisierung, Startups und Entrepreneurship sind damit auch bei Deutschlands großem Wirtschaftskongress als essentieller Bestandteil angekommen. Und doch, man hätte sich noch mehr Input, noch mehr Visionäres gewünscht, beispielsweise durch Vertreter von Tech-Größen aus dem Silicon Valley oder Disruptoren aus Deutschland oder der EU, die bereits die Wertschöpfungsketten im B2B Mittelstand angreifen.

Spannende Gespräche und große Nachfrage

Auch abseits der großen Bühne waren die etventure Digitalexperten gefragte Ansprechpartner – für Teilnehmer und Medien. Im Interview mit ntv Telebörse erklärte Philipp Depiereux, mit welcher Herangehensweise und Methodik Mittelständler in die Digitalisierung starten können:

Live vom Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung. Carola Ferstl im Interview mit Philipp Depiereux, Gründer von etventure

Posted by ntv Telebörse on Freitag, 17. November 2017

 

Wie schon im vergangenen Jahr präsentierte sich etventure beim SZ-Wirtschaftsgipfel mit eigener Kaffeebar und Lounge-Bereich – ein beliebter Treffpunkt für Austausch und Networking.

Nach drei spannenden Tagen im Berliner Hotel Adlon stellen wir fest: Auch in diesem Jahr war der SZ-Wirtschaftsgipfel eine rundum gelungene Veranstaltung. Und der Redebedarf in Sachen Digitalisierung wird so schnell nicht ausgehen.

etventure Team

 

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